Akne

Pickel und Mitesser sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie haben häufig Auswirkungen auf die Psyche und das Wohlbefinden. Der Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner, um bereits im Frühstadium eine geeignete Behandlung einzuleiten. Insbesondere bei stark entzündlicher und schwerer Akne sollte man sich rechtzeitig an einen Hautarzt wenden, da Entzündungen zu Narbenbildung führen können.

Der Hautarzt kann aus einer Vielzahl unterschiedlicher moderner Behandlungsformen wählen und diese auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen. Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, die Vorschläge zu befolgen und Vertrauen zu haben. Jede Aknebehandlung braucht vor allem Zeit!

Art und Intensität der Akne bestimmen das Vorgehen. Der Schweregrad entscheidet, ob es ausreicht, äußerlich aufzutragende Präparate zu verwenden, oder ob auch die Gabe von Tabletten/Kapseln erforderlich wird.

1. Äußerliche Behandlungen


Kosmetische Optionen

Die fachgerechte Entfernung von Komedonen und die Entleerung von Eiterpickeln (Pusteln) kann das Krankheitsbild deutlich verbessern. Dabei ist entscheidend, dass die Entfernung der Mitesser schonend und ohne Verletzung der umgebenden Haut erfolgt. Dieses ist vielfach in der Praxis des Hautarztes oder bei erfahrenen Kosmetikerinnen möglich. Bei nicht fachgerechtem "Ausquetschen" der Hautunreinheiten kommt es meist zu neuen Entzündungen und Infektionen. Es können sogar Narben entstehen. Deshalb sollten keine eigenen „Therapieversuche“ unternommen werden.

Schältherapie

Die Schältherapie löst die Hornpfropfen im Talgdrüsenausführungsgang. Hierbei werden die Komedonen entfernt und ihre Neubildung verhindert. Zur Schälbehandlung eignen sich folgende Wirkstoffe:

  • Vitamin-A-Säure (Tretinoin) bewirkt eine Auflockerung und verminderte Aneinanderhaftung der Hornzellen. Geschlossene Komedonen öffnen sich und stoßen ihren Hornpfropf ab. Die Neubildung von Komedonen, Papeln, Knötchen und Pusteln wird vermindert. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tretinoin oder Derivaten der Substanz sind verschreibungspflichtig, d. h. sie müssen vom Arzt verordnet werden.
  • Unter Anwendung von Benzoylperoxid kommt es zu einer Auflockerung des Hornpfropfes und einer Verkleinerung der Talgdrüsen. Neben dieser schälenden Wirkung hat es vor allem einen keimtötenden (antimikrobiellen) und Talg reduzierenden (antiseborrhoischen) Effekt.
  • Azelainsäure hat eine schälende und antiseborrhoische Wirkung. Weiterhin wirkt sie antibakteriell gegen Propionibakterien und andere Keime.
  • Isotretinoin (verschreibungspflichtig) wirkt vergleichbar wie die Vitamin-A-Säure, soll aber weniger hautreizend sein.
  • Adapalen ist eine Vitamin-A-Säure ähnliche Substanz mit zusätzlich antientzündlichen Eigenschaften.

Behandlungen mit Antibiotika

Zur äußerlichen antibiotischen Behandlung steht z. B. der Wirkstoff Erythromycin zur Verfügung. Seine Wirkung beruht auf zwei Mechanismen. Zum einen hemmt Erythromycin das Wachstum von Keimen, die bei der Entstehung der Akne eine Rolle spielen, insbesondere Propionibakterien. Zum anderen wirkt Erythromycin entzündungshemmend. Es ist in Form von alkoholischen Lösungen, in Gelen oder Salben erhältlich. Zubereitungen mit Erythromycin oder anderen Antibiotika sind verschreibungspflichtig.

Kombinationen

Durch Kombination zweier Wirkstoffe können mehrere Faktoren der Akne gleichzeitig behandelt werden. Die Kombination des Schälmittels Vitamin-A-Säure mit einem Antibiotikum z. B. kann die Behandlungsdauer gerade bei entzündlichen Akneformen wesentlich abkürzen. Verhornungsstörungen im Talgdrüsenfollikel werden normalisiert, pathogene Keime vermindert und entzündliche Reaktionen beseitigt. Hautirritationen, die bei alleiniger Anwendung von Vitamin-A-Säure entstehen können, werden durch die Kombination unterbunden. Diese Zubereitungen sind verschreibungspflichtig.

2. Innerliche Behandlungen


Antibiotika

Bei starken Formen der Acne papulopustulosa und bei der Acne conglobata sind auch innerlich Antibiotika anzuwenden. Bewährt hat sich zum Beispiel der Wirkstoff Tetracyclin, ein Antibiotikum, das der Hautarzt verordnen muss. Es gibt aber noch andere wirksame Antibiotika.

Isotretinoin

Bei schweren und sehr schweren Formen der Akne, die auf die üblichen Arzneimittel nicht ansprechen, kann der Hautarzt innerlich Isotretinoin verordnen. Der Wirkstoff vermindert die gesteigerte Talgproduktion, verhindert die Bildung von Mitessern, reduziert die Keimbesiedlung in den Talgdrüsenfollikeln und wirkt antientzündlich. Isotretinoin ist das wirksamste Medikament für die Behandlung schwerer Akneformen.

Vor, während und nach der Behandlung mit Isotretinoin müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere für Frauen. Eine Schwangerschaft muss unbedingt verhindert werden.

Therapieerfahrungen mit Isotretinoin

In diesen Filmsequenzenzen berichten nicht nur Dermatologen anschaulich über die Therapiemöglichkeiten bei Akne, sondern vor allem Patienten über ihre Probleme mit schwerer Akne und ihre Erfahrungen mit der Isotretinoin-Therapie.

Therapieerfahrungen mit Isotretinoin
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Hormone

Für Mädchen und Frauen gibt es auch die Möglichkeit, über Hormone die gesteigerte Talgproduktion zu vermindern. Allerdings ist es wichtig, die hierzu geeigneten Hormone auszuwählen. Einige der „Anitbabypillen“ und speziell auf die Behandlung der Akne abgestimmte „Haut-Pillen“ sind hierfür besonders geeignet.

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