Akne


Hormonwirkung auf die Haut

Jeder Organismus verfügt über eine Reihe von Stoffen, die die Funktionen des Körpers aufrechterhalten und regulieren. Dazu gehören auch die Hormone. Sie erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben. Sexualhormone zum Beispiel steuern in erster Linie die Entwicklung und Funktion der Sexualorgane, beeinflussen aber auch noch andere Organe und Gewebe, wie z. B. die Talgdrüsen und Haarwurzeln.
Es gibt dementsprechend sowohl männliche als auch weibliche Sexualhormone, die im jeweiligen Geschlecht in unterschiedlichen Mengen gebildet werden. Das heißt, dass natürlicherweise auch Frauen männliche Sexualhormone (Androgene) bilden.

Wie „männliche“ Hormone (Androgene) die Entstehung der Akne beeinflussen:

Einfluss der Androgene auf die Talgdrüsen

Unter dem Einfluss männlicher Hormone kommt es zu einem schnelleren Wachstum der Hornzellen im Ausführungsgang der Talgdrüse und somit zu einer verstärkten Ansammlung von Hornzellen. Es bildet sich ein Hornpfropf, der das Abfließen des vermehrt gebildeten Talgdrüsensekrets verhindert.

Außerdem stimulieren männliche Sexualhormone das Wachstum und die Talgproduktion der Talgdrüsen.

Die Talgdrüsen reagieren empfindlich auf Androgene. Wenn mehr Androgene produziert werden, produzieren sie auch mehr Talg und anders herum. Genauso ist es möglich, dass die Talgdrüsen schon von sich aus sehr sensibel auf Androgene reagieren.

Durch eine erhöhte Talgproduktion und eine Verhornungsstörung im Talgdrüsenausführungsgang wird die Entstehung offener und geschlossener Mitesser (Komedonen) stark begünstigt.
Aufgrund weiterer Faktoren (bakterielle Besiedlung des Talgdrüsensekrets und komplexe Entzündungsreaktionen) können auch entzündliche Akneerscheinungen, wie z. B. Pickel, entstehen.

Einfluss der Androgene auf die Haarwurzeln

Auch die Haarwurzeln werden durch Androgene beeinflusst. Beim Mann sind die Sexualhormone für die charakteristische Körperbehaarung verantwortlich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei Frauen die Behaarung im Gesichts-, Sexual- und Körperbereich stark ausgeprägt sein und im Muster der des Mannes ähneln (s. a. Hirsutismus).

Die Androgenbildung ist individuell unterschiedlich. Manche Frauen bilden etwas mehr, andere etwas weniger Androgene. Das kann sich auch im Hautbild bemerkbar machen. Meistens ist es aber so, dass die Talgdrüsen und Haarfollikel einfach sensibler auf Androgene oder auch Hormonschwankungen reagieren.

Wie „weibliche“ Hormone auf die Haut wirken:

Zu den weiblichen Hormonen, die der Körper produziert, gehören Östrogen und Progesteron. Beide Hormone steuern in erster Linie den Menstruationszyklus der Frau. Im Organismus haben sie aber noch eine Reihe weiterer Funktionen und wirken u. a. auch auf die Haut.

Östrogene – gemeint sind sowohl das natürliche Östrogen als auch im Labor entwickelte Östrogene – wirken als Gegenspieler der männlichen Geschlechtshormone. Durch ihren Einfluss wird die Menge der frei im Blut zirkulierenden Androgene vermindert. Dadurch werden das Wachstum und die Talgproduktion der Talgdrüsen vermindert. Außerdem wirken sie stabilisierend auf den weiblichen Zyklus und vermindern Zyklusschwankungen.

Gestagene, wie z. B. das natürliche Progesteron, zählen ebenfalls zu den weiblichen Sexualhormonen. Sie beeinflussen den weiblichen Zyklus auf vielfältige Weise. In ausreichend hohen Mengen verhindern sie den Eisprung und verändern die Viskosität des Zervixschleims. Aufgrund dieser Eigenschaften wirken sie - als Tabletten eingesetzt - empfängnisverhütend.

Gestagene können sich in ihrer Wirkung (z. B. auf die Haut) unterscheiden. Deshalb werden sie eingeteilt in Gestagene mit so genannter antiandrogener und solche mit androgener Teilwirkung.

Zur Behandlung der Akne sind diejenigen Gestagene geeignet, die eine antiandrogene Wirkkomponente besitzen. Sie können die Akne verursachende Wirkung von männlichen Sexualhormonen in den Talgdrüsen hemmen.

Hormone zur Behandlung der Akne

Durch weibliche Hormone lässt sich also eine gesteigerte Talgproduktion, die zur Entstehung der Akne beiträgt, vermindern (auch die Haare sind dann weniger fettig!).

Deshalb gibt es (Antibaby-) „Pillen“, die speziell dazu entwickelt wurden, die Akne und leichtere Formen des Hirsutismus zu bekämpfen. Sie enthalten eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen.

Frauen und Mädchen sollten ihren Hautarzt oder Frauenarzt danach fragen, ob die Behandlung mit Hormonen für sie in Frage kommt, insbesondere wenn sie gleichzeitig an einer zusätzlichen schwangerschaftsverhütenden Wirkung interessiert sind.

Weitere Informationen finden Sie auch im Akne-Ratgeber „Hormone für eine schöne Haut“

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