Allergien
Ursachen
Häufige Allergene mit natürlichem Ursprung sind z. B. Pollen, Tierhaare, Insektengifte, Pflanzen oder deren Inhaltsstoffe. Andere sind Umwelt- oder Berufsstoffe und Stoffe chemischen Ursprungs wie Metalle (vorrangig Nickel), Konservierungs-, Duft- oder Farbstoffe. Letztere - so genannte Kontaktallergene - führen überwiegend zu allergischen Reaktionen an der Haut.
Ausgelöst wird eine allergische Reaktion dadurch, dass die spezifische körpereigene Abwehr (erworbenes Immunsystem) auf normalerweise harmlose Stoffe krankmachend überempfindlich reagiert. Unabhängig von der auslösenden Substanz können dabei unterschiedliche immunologische Mechanismen ablaufen. Daher wird zwischen vier verschiedenen Allergietypen unterschieden. Am häufigsten kommen Allergien vom Soforttyp (Typ I) sowie vom Spättyp (Typ IV) vor. Weitere Überempfindlichkeitsreaktionen sind zelltoxische Reaktionen (Typ II) und Immunkomplexreaktionen (Typ III).
Soforttyp-Allergie (Typ I)
Bei der Soforttyp-Allergie wird die allergische Reaktion meist unmittelbar nach der Aufnahme des Allergens in den Körper oder nach Kontakt mit den Schleimhäuten (Augen, Nase) wahrgenommen. 15 bis 30 Minuten können als häufigste Zeitspanne angenommen werden, aber insbesondere bei Nahrungsmitteln, z. B. Gewürzen, oder nach der Einnahme von Arzneimitteln können die Symptome auch erst nach einigen Stunden auftreten. Typische Allergene bzw. Allergenquellen der Soforttypreaktion sind Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Insektengifte. Die Auswirkungen können relativ leichter Art sein, z. B. Augentränen oder Hautjucken (Nesselsucht). Augenmerk muss auf solche Reaktionen gerichtet werden, die mit einem sehr starken Wärmegefühl und Hautkribbeln, der Beeinträchtigung des Kreislaufs oder mit Atemnot einhergehen. Notärztliche Hilfe ist hier angezeigt, da die Maximalvariante, der anaphylaktische Schock, zu einem kompletten Kreislaufversagen mit tödlichem Ausgang führen kann.
Zurückzuführen sind die Symptome auf eine übermäßige Bildung von spezifischen Antikörpern, dem Immunglobulin-E (IgE), durch das Immunsystem. Nach Kontakt der Antikörper mit dem Allergen (Antigen), z. B. in der Nasenschleimhaut, werden komplexe biochemische Vorgänge in Gang gesetzt. U. a. werden durch so genannte Mastzellen Histamin und andere Botenstoffe ausgeschüttet, die dann den weiteren Entzündungsprozess auslösen und je nach Reaktionsort zu Juckreiz und weiteren Symptomen führen können. Die zu Grunde liegende Antigen-Antikörper-Reaktion kann man sich als Schlüssel-Schloss-Reaktion vorstellen.
Zelltoxische Reaktionen (Typ II)
Im Falle einer Typ II-Allergie kommt es zur Auflösung von Zellen, insbesondere Blutzellen (Reaktion vom zelltoxischen Typ). Häufigste Verursacher sind Medikamente. Der Vorgang läuft über die Bildung von IgM- und IgG-Antikörpern und bestimmten immunologischen Faktoren (Komplement). Auch die Unverträglichkeit gegenüber fremden Blutgruppen gehört in diese Kategorie.
Immunkomplexreaktionen (Typ III)
Die Typ III Allergie ist gekennzeichnet durch die Bildung von Immunkomplexen aus Antigenen und Antikörpern (Immunglobulin IgM und IgG). Ursache ist Kontakt mit einer großen Menge an Antigen, z. B. Pilzsporen. Über eine Aktivierung von immunologischen Faktoren kommt es zur Entzündung und zu Gefäß- sowie Gewebeschädigung. An der Haut zeigen sich solche Ereignisse durch eine entzündliche Hautrötung. Allgemeinerscheinungen wie Abgeschlagenheit und Fieber können hinzukommen. Beispiele sind die Farmerlunge oder Taubenzüchterlunge.
Spättyp-Allergie (Typ IV)
Bei der Spättyp-Allergie treten die Symptome in der Regel erst nach einem Tag oder noch später auf (ca. 24 bis 72 Stunden). Deshalb nennt man sie auch Allergie vom verzögerten Typ. Nach Hautkontakt mit den Allergenen (Kontaktallergie) kommt es – vermittelt über T-Lymphozyten – zu einer Entzündungsreaktion. Das Krankheitsbild ist das des allergischen Kontaktekzems. Es ist geprägt von Rötung, Schuppung, Schwellung (Ödem), Juckreiz, Papeln, Bläschen/Nässen und/oder Knötchen.
Kontaktallergien können zum Beispiel durch Metallionen und alltägliche Gebrauchsmittel wie Reinigungsmittel ausgelöst werden. Aber auch Inhaltsstoffe von Kosmetika (z. B. Konservierungsmittel) oder Pflanzen, Kleidung und Schmuck lösen allergische Hautreaktionen aus. Das häufigste Allergen in der westlichen Welt ist Nickel, da es häufig Bestandteil von z. B. Knöpfen und Modeschmuck ist.
Allergische Kontaktekzeme nehmen eine führende Stelle bei den Berufskrankheiten ein. Insbesondere Berufe, bei denen ein hoher Anteil der Arbeiten im feuchten Milieu erfolgt, begünstigen die Entwicklung eines Kontaktekzems. Häufig betroffen sind z. B. Friseure, Krankenschwestern, Metallarbeiter und Reinigungskräfte. Untersuchungen lassen vermuten, dass sich auf der Grundlage der chronisch gereizten Haut eine gestörte Hautbarriere entwickelt, die eine Überempfindlichkeit begünstigt.




