Allergische Rhinitis

Da die Vermeidung eines Allergens immer an erster Stelle der Behandlung steht, muss das Allergen zunächst identifiziert werden. Das gelingt durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt (z. B. Allergologe). Durch Führen eines Allergie-Tagebuchs können mögliche Allergene schneller eingegrenzt werden. Allergieteste (es gibt Haut- und Blutteste) können dann Aufschluss über den genauen Auslöser geben. Verschiedene Maßnahmen helfen, den Kontakt mit den Allergenen möglichst gering zu halten (Tipps).

Da man gerade in der Umwelt weit verbreiteten Allergenen wie Pollen nicht aus dem Weg gehen kann, ist es das Ziel der medikamentösen Therapie, die Immunreaktion einzudämmen, die Symptome zu vermindern und die Lebensqualität zu verbessern. Außerdem kann eine allergische Rhinitis unbehandelt bei geschätzten 35 % der Betroffenen nach einigen Jahren zu einem so genannten „Etagenwechsel“ führen. Das bedeutet, dass sich die Symptome von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege (Bronchien) ausweiten können.

Zur lokalen Anwendung in der Nase stehen Nasensprays mit verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung:

  • Glukokortikoide wirken antiallergisch und entzündungshemmend und führen zu einer Abschwellung der Nasenschleimhäute. Nasensprays mit diesen Wirkstoffen sind verschreibungspflichtig.
  • Antihistaminika (Histamin-H1-Rezeptorblocker) wirken antiallergisch, indem sie verhindern, dass Histamin im Organismus seine Wirkung entfaltet.
  • Chromone (so genannte Mastzellstabilisatoren) wirken antiallergisch, indem sie die Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin hemmen.

Bei mäßiger bis schwerer Ausprägung der Symptome werden neben der Anwendung von antiallergischen Nasensprays häufig auch Antihistaminika in Form von Tabletten oder auch Sirup verordnet. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht nur die allergischen Symptome in der Nase bekämpfen, sondern u. a. auch Augensymptome vermindern. Während die ersten Vertreter dieser Wirkstoffklasse noch zu Müdigkeit führten, ist das bei den neuen Substanzen (z. B. Ebastin, Desloratadin…) nicht mehr oder nur noch sehr selten der Fall.

Eine besonders große Bedeutung kommt der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) zu. Es ist die einzige Behandlungsmöglichkeit, die nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursache angeht und der somit auch ein vorbeugender Effekt zugesprochen wird. Durch wiederholte Gabe sich immer weiter steigernder Mengen eines Allergenextrakts wird der Körper an dieses Allergen „gewöhnt“.

Bei dauerhaften Veränderungen der Nasenschleimhaut können auch operative Eingriffe notwendig werden.

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