Urtikaria (Nesselsucht)


Vermeiden der Auslöser


Als Erstes sollte mit Hilfe des Hautarztes versucht werden, den Auslöser zu ermitteln. Wenn dieser Stoff oder Reiz bekannt ist, kann er in Zukunft gemieden werden. Gerade die akute Urtikaria klingt häufig jedoch schon ab, bevor das auslösende Agens gefunden wurde. Oft spielen hier Infektionen als Auslöser eine Rolle, aber auch Arzneimittel wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure. Verdächtige, nicht lebensnotwendige Medikamente sollten nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden, um herauszufinden, ob sie als Auslöser in Frage kommen.

Schwieriger gestaltet sich die Suche nach dem Auslöser bei der chronischen Urtikaria. In Frage kommen in erster Linie Nahrungsmittel und Zusatzstoffe (Farb- und Konservierungsstoffe), aber auch Entzündungen und Infektionen im oberen Gastrointestinaltrakt wurden als häufige Auslöser identifiziert (z. B. Mageninfektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori). Der Hautarzt/Allergologe kann unterschiedliche Maßnahmen durchführen, um den Auslöser zu finden. Dazu zählen
u. a. Labor- bzw. Bluttests, Schleimhautabstriche und Prick-Tests. Beim Prick-Test werden verschiedene mögliche Allergie auslösende Stoffe in Form einer Lösung auf die Haut aufgetragen. Die benetzte Haut wird angeritzt, damit das Allergen in die Haut gelangen kann. Wenn eine Allergie (Überempfindlichkeit) vorliegt, bildet sich an der betreffenden Stelle innerhalb von wenigen Minuten eine rote Schwellung. Oft vergeht sehr viel Zeit, bis der auslösende Stoff zweifelsfrei gefunden ist, und in etwa der Hälfte der Fälle ist das nie der Fall. Die „Ausschlussdiagnose“ lautet dann chronisch-idiopathische Urtikaria.

Medikamentöse Therapie


Wenn es nicht möglich ist, den Auslöser der Urtikaria zu finden bzw. zu meiden (ursächliche Therapie), werden Medikamente eingesetzt, die die Symptome der Nesselsucht unterdrücken. Größte Bedeutung haben Arzneimittel, die die Freisetzung von Histamin unterdrücken. Diese werden als Antihistaminika bezeichnet. In manchen Fällen werden kurzfristig auch Glukokortikoide verschrieben. Dabei handelt es sich um Kortison-Abkömmlinge, die gegen die Histaminreaktionen (u. a. Rötung der Haut) wirken.

Fachkreise
Fachkreise
Zugang für Ärzte und Apotheker

Zum Login

Hautarztsuche
Hautarztsuche
Hier finden Sie Hautärzte in Ihrer Nähe

Zur Hautarztsuche

Enzyklopädie
Enzyklopädie
Das umfangreiche Werk umfasst die gesamte Diagnose und Therapie der dermatologischen Fachgebiete.

Zur Enzyklopädie