Neurodermitis
Allgemeines
Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch verlaufende bzw. in Schüben wiederkehrende Ekzemerkrankung, die in der Regel mit starkem, oft sogar fast unerträglichem Juckreiz einhergeht. Meist sind Kinder betroffen. In Europa leiden zeitweilig etwa 10 bis 15 % der Kinder unter dieser entzündlichen Hauterkrankung, Tendenz steigend. Neurodermitis kann bereits im Säuglingsalter auftreten und das Kind – in unterschiedlichen Ausprägungen und unterbrochen durch beschwerdefreie Intervalle – auch bis ins Erwachsenenalter begleiten. In vielen Fällen kommt es bis zum Jugendalter aber auch wieder zur vollständigen Abheilung. Bei Erwachsenen tritt das atopische Ekzem mit bis zu 3 % bisher wesentlich seltener auf.
Kennzeichnend für Neurodermitis ist vor allem der starke Juckreiz, der nicht nur tagsüber, sondern auch nachts zu einer Belastungsprobe werden kann. Er kann zu Schlafstörungen und in der Folge zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen. Dabei werden nicht selten auch die Eltern in Mitleidenschaft gezogen. Daneben weisen die Betroffenen auch in schubfreien Intervallen eine besonders trockene Haut auf. Je nach Erkrankungsalter stehen unterschiedliche Symptome im Vordergrund.
Für die Neurodermitis gibt es viele Synonyme: endogenes Ekzem, atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, Dermatitis atopica oder auch konstitutionelles Ekzem. Der Begriff „atopisch“ bzw. „Atopie“ kommt aus dem Griechischen (atopia = Ungewöhnlichkeit, Seltsamkeit) und bezieht sich dabei auf die erblich bzw. genetisch bedingte Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) der Haut und Schleimhäute. Atopiker sind also Menschen mit einem erhöhten Risiko, eine Erkrankung aus dem atopischen Formenkreis zu entwickeln. Neben der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) zählen auch das allergische Asthma, der allergische Heuschnupfen (allergische Rhinitis ) oder die allergisch bedingte Bindehautentzündung der Augen (Konjunktivitis) zu diesen „atopischen“ Erkrankungen. Bei dem überwiegenden Teil der Neurodermitis-Patienten liegt also eine Sensibilisierung (Allergie) vor, z. B. gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, Nahrungsmittelzusätzen, Pollen, Schimmelpilzen oder auch Hausstaubmilben (-Kot). Das ist aber nicht bei allen Neurodermitis-Patienten der Fall.






