Neurodermitis
Symptome
Die Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung. Typisch sind die folgenden Hauterscheinungen, die individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein können:
- sehr trockene, stark juckende Haut
- Rötung
- Bläschen oder Knötchen
- nässende und verkrustete Hautzustände (häufig hervorgerufen durch Kratzen)
Der Verlauf der Neurodermitis ist chronisch-rezidivierend. Das bedeutet, dass sich erscheinungsfreie Intervalle und akut-entzündliche Schübe abwechseln.
Neben den Entzündungszeichen weist die Neurodermitiker-Haut weitere Veränderungen auf (auch im erscheinungsfreien Intervall):
- weniger Feuchtigkeit und Fett
- verminderte Produktion von Talg
- veränderte Schweißabgabe
- gestörte Hautbarrierefunktion
- Überempfindlichkeit gegen chemische, physikalische oder mechanische Reize
- erhöhte Anfälligkeit gegenüber Hautinfektionen
- erhöhte Reaktion auf psychische Faktoren (Stress)
Im akuten Schub weist die Neurodermitis typische Entzündungssymptome auf:
- Rötung
- Schwellung
- Bläschenbildung
- Nässen und Krustenbildung
- Juckreiz
Im chronischen Verlauf treten die folgenden Veränderungen der Haut auf:
- Rötung
- Verdickung der Epidermis, der obersten Hautschicht
- Schuppung
- vergröberte Hautfelderung (= Lichenifikation)
Altersabhängiger Wandel
Häufig beginnt die Neurodermitis in der frühen Kindheit. Bei ca. 60 % tritt die Erkrankung bereits im ersten Lebensjahr auf. Je nach Lebensalter (Säuglinge, Kinder, Jugendliche/Erwachsene) beobachtet man charakteristische Hautveränderungen. Insgesamt geht die entzündliche Form mit zunehmendem Lebensalter zurück.
Die Hauterscheinungen wandeln sich in den verschiedenen Lebensabschnitten:
- Im Säuglingsalter bestehen in der Regel auf den Wangen und am Kopf stark juckende, krustöse Hautveränderungen. Auch der so genannte Milchschorf, eine an der Kopfhaut lokalisierte weiß-gelbliche Auflagerung, kann ein Hinweis auf eine Neurodermitis sein. Der Juckreiz ist quälend. Die Kinder sind vielfach weinerlich, weil sie nachts nicht schlafen können. Infolge des Kratzens fängt die Haut an zu bluten. Das kann wiederum zu Entzündungen führen. Schließlich können der gesamte behaarte Kopf und das Gesicht erkrankt sein und auch Hautveränderungen an Rumpf und Streckseiten der Arme und Beine auftreten. Bei ca. 50 % der Kleinkinder heilen die Erscheinungen bis zum Ende des 2. Lebensjahres ab.
- In der Kindheit tritt die Neurodermitis häufig in Form des so genannten Beugenekzems in Erscheinung. Hier sind die großen Gelenkbeugen (Ellenbeugen, Handgelenke, Kniekehlen) betroffen. Weitere Hauterscheinungen können bei Kindern typischerweise im Nacken, im seitlichen Gesicht, in der Lidregion, auf dem Fußrücken und an den Händen auftreten. Charakteristisch sind auch schuppende Hautveränderungen an den Fingerkuppen oder Zehen. Neben den entzündlichen Prozessen findet sich eine charakteristische Vergröberung der Hautfelderung (Lichenifikation).
- Typische Ekzemformen bei Jugendlichen und Erwachsenen betreffen das Gesicht (Stirn, Augenlider), Hals, besonders den Nacken, den oberen Brustbereich und Schultergürtel sowie ebenfalls die großen Gelenkbeugen. Neurodermitis bei Jugendlichen und Erwachsenen kann über längere Zeit bestehen bleiben. Die Intensität der Entzündung klingt jedoch üblicherweise nach dem 30. Lebensjahr ab.
Juckreiz
Neben der sehr trockenen Haut und wiederholten Entzündungsschüben ist quälender Juckreiz ein dominantes Symptom bei Neurodermitis. Juckreiz wird üblicherweise mit Kratzen beantwortet. Hierdurch wird die Haut geschädigt und komplexe immunologische Prozesse in Gang gesetzt. Entzündungsbotenstoffe (wie z. B. Histamin oder das vor kurzem entdeckte Interleukin 31) werden ausgeschüttet und der bestehende Juckreiz weiter verstärkt. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Jucken und Kratzen. Durch die kleinen Verletzungen in der Haut kann es leichter zu Infektionen kommen. Dieser starke Juckreiz ist oft unerträglich und bereitet einen großen Leidensdruck, ganz besonders für Kinder. Daher ist es ausgesprochen wichtig, diesen Juck-Kratz-Teufelskreis zu unterbrechen. Die Krankheit fordert von Eltern viel Einfühlungsvermögen und Verständnis; neben rein medizinischen Anwendungen zur Juckreizlinderung wird sich eine entspannte, harmonische Atmosphäre in der Familie stets förderlich, eine problemgeladene stets nachteilig auf die Haut auswirken.






