Neurodermitis

zum Schutz vor neuen Schüben

Austrocknung der Haut vermeiden

  • Auf ausgedehnte und heiße Dusch- oder Wannenbäder verzichten.
  • Verwenden Sie lauwarmes Wasser und vermeiden Sie austrocknende alkalische Seifen. Stattdessen können Sie ein mildes Syndet verwenden. Der Begriff Syndet ist eine Abkürzung für „Synthetische Detergentien“, d. h. künstlich hergestellte Hautreinigungsmittel ohne Seife.
  • Zu bevorzugen sind Produkte, die rückfettende Komponenten enthalten und die Haut nicht austrocknen (z. B. Balneum® Intensiv Dusch/Waschlotion).
  • Nach dem sorgfältigen Abspülen des Hautreinigungsproduktes die Haut mit dem gewohnten medizinischen Pflegepräparat eincremen.
  • Auf Produkte, die die Haut stark austrocknen, wie z. B. Franzbranntwein oder Arnikatinkturen, sollte verzichtet werden.
  • Hautirritierende Stoffe können u. a. Reinigungs- und Putzmittel und bestimmte Pflanzen sein.

Gegen Allergieauslöser

  • Bei bekannten Allergien Auslöser meiden!
  • Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben können ggf. besonders milbendichte Matratzenüberzüge (so genannte Encasings) verwendet werden.
  • Grundsätzlich gilt es, die Kontaktnoxen, welche die Neurodermitis verschlimmern, zu identifizieren und zu vermeiden. Das Führen eines entsprechenden Tagebuches kann helfen, Auslöser eines Schubes mit Hilfe des Arztes zu erkennen.

Richtige Kleidung

  • Kleidung und Bettzeug müssen gut luftdurchlässig, nicht schweißtreibend und angenehm weich sein.
  • Kunststofffasern können verträglich sein, eignen sich aber überhaupt nicht für Personen, die leicht schwitzen, da der Stoff keinen Schweiß aufsaugt. Am besten geeignet sind atmungsaktive Stoffe mit glatter Oberfläche, feinmaschig gewebt, sowie Wäsche aus reiner Baumwolle oder Seide.
  • Neurodermitiker vertragen häufig keine Wolle. Kleidung aus Wolle sollte daher nicht direkt auf der Haut getragen werden. Baumwollblusen/-hemden können untergezogen werden.
  • Da Waschmittelreste in Kleidung und Bettwäsche die Haut irritieren können, sollte die Wäsche immer gründlich gespült werden.
  • Falls besonders die Hände betroffen sind, empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen.

Gegen den Juckreiz

  • Grundsätzlich sollte alles vermieden werden, was die Haut austrocknen und reizen kann. Hierzu zählen z. B. trockenes Raumklima (niedrige Luftfeuchte), alkoholische Umschläge und raue Kleidungsstücke.
  • Eine kurzfristige Linderung des Juckreizes kann durch kühle Umschläge oder kühles Duschen erreicht werden. Ein etwa 32 - 36ºC warmes Bad mit rückfettenden und juckreizlindernden Zusätzen (z. B. Balneum Hermal® Plus Ölbad) kann den Juckreiz ebenfalls bessern.
  • Auch die Hautpflegeprodukte können im Kühlschrank aufbewahrt werden, so dass sich der kühlende Effekt beim Auftragen auf die Haut verstärkt.
  • Mit Kindern können Alternativen zum Kratzen eingeübt werden, die dem Kind helfen, den Reflex „Kratzen” in andere Aktionen umzuleiten und so die Haut zu schonen. Den Kindern wird z. B. gezeigt, die Haut zu drücken, zu streicheln oder sanft zu kneifen anstatt zu kratzen. Manchen Kindern hilft auch ein „Kratzklötzchen”. Auf diesem kann das Kind bei einem Juckanfall kratzen.
  • Nachts empfiehlt sich, insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, das Tragen von Neurodermitis-Overalls und Baumwollhandschuhen, um das Aufkratzen der Hauterscheinungen zu unterbinden.
  • Bewährt haben sich darüber hinaus für Kinder und Erwachsene Entspannungsübungen wie z. B. Autogenes Training. Eine entspannte, harmonische Atmosphäre in der Familie wirkt sich günstig auf die Haut aus.

Neurodermitis und Beruf

Neurodermitiker sollten ihren Hautzustand bei der Wahl des Berufes berücksichtigen. Berufe, bei denen schon während der Ausbildungszeit konstante Hautbelastungen zu erwarten sind, müssen kritisch geprüft werden. In allen Arbeitsbereichen gibt es Stoffe, die die Haut irritieren können. Das gilt auch für den häuslichen Bereich. Bei der Berufswahl sind die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Besteht eine Anlage zu Allergien?
  • Sind bereits Unverträglichkeiten bekannt?
  • Kann der Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen gemieden werden?

Vor der Wahl des Berufes sind diese Aspekte zu berücksichtigen, obgleich eine völlige Ausschaltung aller hautschädigenden Stoffe praktisch nicht möglich ist, da diese nicht nur im Beruf, sondern auch im persönlichen Bereich und in der Umwelt vorkommen.

Selbsthilfegruppen

Über den Deutschen Neurodermitikerbund sind Informationsblätter sowie Kontaktadressen für regionale Selbsthilfegruppen zu beziehen. Hier können Kontakte zu anderen betroffenen Neurodermitikern oder Eltern von Kindern mit Neurodermitis aufgebaut werden.

Vorbeugung

Eltern, die selbst an Neurodermitis oder anderen atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden, sollten folgende Empfehlungen beachten:

  • Während der Schwangerschaft und in Anwesenheit des Kindes gilt striktes Rauchverbot
  • Säuglinge sollten mindestens vier Monate lang gestillt werden. Erst nach dem vierten Lebensmonat wird eine Beikostfütterung empfohlen.

Bei Risikokindern werden zusätzlich die folgenden präventiven Maßnahmen empfohlen:

  • Falls eine Ernährung mit Muttermilch nicht möglich ist, sollte hypoallergene Säuglingsnahrung verwendet werden.
  • Zusätzlich wird eine allergenarme Diät der Mutter während der Stillzeit diskutiert. Potente Nahrungsmittelallergene (wie z. B. in Milch, Ei, Fisch, Nüssen, Weizen oder Soja enthalten) sind während der Stillzeit zu vermeiden. Wichtig ist, dass dies nicht selbstständig entschieden und durchgeführt wird, sondern nur mit intensiver medizinischer Betreuung. Es kann ansonsten leicht zur Mangelernährung kommen.
  • Auf die Haltung von Nagetieren (Kaninchen, Meerschweinchen) und Katzen sollte verzichtet werden. Demgegenüber zeigen Untersuchungen, dass kein erhöhtes Risiko bei der Hundehaltung zu erwarten ist.
  • Ob die Einnahme so genannter probiotischer Nahrungsmittel (z. B. Lactobacillus GG) in der Schwangerschaft und Stillzeit oder als Zusatz in der Nahrung des Kindes das Risiko atopischer Erkrankungen reduziert, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Die Untersuchungen zu dieser Thematik kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
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