Haarausfall

Folgende Ursachen können zu Haarausfall führen:

  • Die androgenetische Alopezie beim Mann ist meist durch eine genetische Veranlagung bedingt. Sie ist die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern in mittlerem Alter.
  • Hormonelle Schwankungen bei Frauen, z. B. während der Stillzeit oder in der Menopause, können zu Haarausfall führen.
  • Ein plötzlich auftretender kreisrunder Haarausfall – Alopecia areata – ist häufig die Folge einer Autoimmunerkrankung.
  • Schwere organische Erkrankungen bzw. Infektionen
  • Andere Hauterkrankungen wie Tinea capitis (Pilzinfektion der Haare), Verbrennungen oder starke Entzündungen können zu Vernarbungen und damit auch zu Haarausfall führen.
  • Mangelerscheinungen (Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelementmangel), z. B. durch Diäten
  • Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenfehlfunktionen, Diabetes)
  • Medikamenteneinnahme, z. B. Zytostatika zur Behandlung einer Tumorerkrankung
  • Umweltbedingte Schadstoffe
  • Stress, psychische Belastungen
  • Mechanische Belastung durch streng gebundene Frisuren, wie z. B. Pferdeschwänze bzw. häufig getragene Kopfbedeckungen, können ursächlich für Haarausfall oder Haarbruch sein.
  • Bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen, ist manchmal ein krankhaftes Bedürfnis, sich die Haare auszuziehen (Trichotillomanie), zu beobachten

Schädigende Einflüsse treffen besonders die Haare, die sich gerade in der Wachstumsphase befinden, so dass diese vorzeitig in die Telogenphase eintreten. Bei leichter Schädigung setzt etwa 2 bis 4 Monate später – nach der Telogenphase – der Haarausfall ein.

Ist die Schädigung stärkeren Ausmaßes, wandelt sich ein Teil der Anagenhaare in Telogenhaare um, empfindliche Anagenhaare werden innerhalb weniger Tage dystrophisch, d. h. sie spitzen sich zu und brechen an der schmalsten Stelle schnell ab. Der Haarausfall setzt rasch ein.

Eine erhebliche Schädigung führt zu einem innerhalb weniger Tage einsetzenden Haarausfall. Im Extremfall bricht das Haar im Follikel und fällt nach wenigen Stunden aus.

Untersuchungsmethoden

Folgende Untersuchungen stehen zur Abklärung der Ursachen zur Verfügung:

  • Untersuchung der Kopfhaut auf Entzündungen, Schuppen, vernarbte Stellen
  • Untersuchung des Haarverteilungsmusters
  • Anamnese: Befragung zur familiären und beruflichen Vorgeschichte; z. B. ob andere Familienangehörige unter Haarausfall litten oder leiden, mit welchen Stoffen beruflich gearbeitet wurde oder wird etc.
  • Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Stoffwechsel- und Hormonwerte
  • Durchführung eines Trichogramms oder Trichoscans. Mit dieser Methode kann festgestellt werden in, welcher Zyklusphase sich die Haare befinden. Aus dem Ergebnis können Hinweise auf mögliche Schädigungen abgeleitet werden. Das Trichoscan ist ein modernes Verfahren, bei dem mit Hilfe eines Mikroskops und einer Kamera vergrößerte Aufnahmen der Kopfhaut gemacht werden, die mittels Computer ausgewertet werden. Zusätzlich zur Lebenszyklusphase der Haare können die Haardicke sowie die Wachstumsgeschwindigkeit ermittelt werden.
  • In der Regel wird der Arzt darum bitten, zunächst über mehrere Tage hinweg alle ausfallenden Haare zu Hause zu sammeln, um diese zu zählen (80 bis 100 Haare sind normal).
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