Juckreiz

Erstes Ziel ist, die Ursache für den bestehenden Juckreiz zu klären.


Hierbei kann man den behandelnden Arzt oft unterstützen, z. B. in dem man erklärt,


  • in welchem zeitlichen Zusammenhang die Symptome auftreten (z. B. nach dem Baden oder nach körperlicher Anstrengung oder vornehmlich im Winter oder nachts),
  • ob auch andere Familienmitglieder betroffen sind,
  • ob eine Allergie vorliegt, ob man an einer bestimmten Hauterkrankung oder inneren Erkrankung leidet,
  • welche Instrumente man zum Kratzen verwendet hat,
  • welche Medikamente man einnimmt (auch solche erwähnen, die man sich selbst ohne Verschreibung in der Apotheke besorgt hat)
  • wie sehr man unter dem Juckreiz leidet.

Ist die Ursache bekannt, kann sie in manchen Fällen direkt behandelt werden (z. B. wenn der Juckreiz durch eine zuvor nicht bekannte Grunderkrankung hervorgerufen wird). Wird der Juckreiz durch ein Arzneimittel hervorgerufen, kann dieses ggf. abgesetzt werden (natürlich nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt). Liegt eine Allergie zu Grunde, kann das Allergen gemieden werden.

Meistens wird jedoch eine so genannte „symptomatische“ Therapie notwendig sein, wenn die Ursache nicht bekannt ist oder ihre Behandlung nicht ausreicht, um das Jucken zu lindern.

Erste Maßnahmen, die Betroffene selbst durchführen können, werden im Abschnitt „Tipps“ vorgestellt.

Wenn diese Maßnahmen nicht oder nicht mehr ausreichen, ist es spätestens Zeit, sich an einen Hautarzt zu wenden. Da die verschiedenen Therapien je nach zu Grunde liegender Ursache des Juckreizes unterschiedlich wirksam sind, wird zusammen mit dem Hautarzt ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept erarbeitet.


Folgende Arzneistoffgruppen werden häufig symptomatisch gegen Juckreiz verordnet:


  • Antihistaminika (das sind Präparate, die die Wirkung des Entzündungs- und Juckreizbotenstoffs Histamin hemmen)
  • Kortison-ähnliche Produkte (sie wirken entzündungshemmend, antiallergisch und lindern den Juckreiz)
  • Lokalanästhetika (sie unterdrücken die Weiterleitung von Impulsen in den Nervenfasern)
  • Weitere lokal eingesetzte Substanzen sind Cannabinoidagonisten und Capsaicin.

Juckreiz bei trockener Haut


Wird der Juckreiz durch trockene Haut ausgelöst, wie z. B. bei Neurodermitis, sollte eine konsequente und zielgerichtete tägliche Basispflege der Haut durchgeführt werden. Hierbei ist auf eine ausreichende Hautfettung ebenso zu achten wie auf einen Ausgleich der mangelnden Feuchtigkeit. Juckreiz kann z. B. mit dem oberflächlich wirkenden Anästhetikum Polidocanol unterdrückt werden, das in einigen Hautarzneimitteln (z. B. Optiderm Creme) enthalten ist.

Um der erkrankten Haut Feuchtigkeit zuzuführen, ist es wichtig, Stoffe zu wählen, die nachweislich zu einer Erhöhung des Wasserbindungsvermögens führen. Hierzu sind die als Natural Moisturizing Factors (NMF- natürliche Feuchthaltefaktoren) bekannten Substanzen wie Harnstoff (Urea) einsetzbar. Es konnte gezeigt werden, dass insbesondere der Gehalt der körpereigenen Substanz Harnstoff in der Haut bei Menschen mit atopischem Ekzem, Psoriasis oder bei trockener Haut deutlich reduziert ist. Zubereitungen mit Harnstoff können diesem Mangel entgegenwirken und u. a. die vom Körper produzierte Feuchtigkeit in der Hornschicht der Haut binden. Die Haut gewinnt ihre natürliche Geschmeidigkeit zurück. Zusätzlich lockert sich die verdichtete Hornschicht, so dass sich Schuppen leichter von der Hautoberfläche ablösen können.

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