Pilzerkrankungen

Diagnostik


Eine sichere Diagnose kann nur der (Haut-) Arzt stellen. Dieser führt zunächst eine „Blickuntersuchung“ der Haut durch, ggf.
mit Hilfe einer speziellen UV-Lampe („Wood-
oder Woodlicht-Lampe“). Bei unklarem
Befund werden zusätzlich Proben/Abstriche
aus dem Gebiet der erkrankten Haut, Schleim-
haut, Haare oder Nägel entnommen und
zunächst direkt unter dem Mikroskop begut-
achtet. Lassen sich dabei bereits typische
Pilzelemente feststellen, steht die
Diagnose meist schon fest. Wenn auch die
Art des Erregers herausgefunden werden
soll, wird aus dem Probenmaterial eine Pilz-
kultur angelegt. Hierzu wird das Probenmaterial
auf spezielle Nährböden aufgebracht, auf denen
sich die Pilze vermehren. Diese Nährböden werden
für mehrere Tage, manchmal auch Wochen, bei bestim-
mten Temperaturen aufbewahrt (bebrütet), bis genügend
Pilze darauf wachsen (vgl. Abbildung). Anhand des Aussehens der entstandenen Kultur kann man weitere Rückschlüsse auf die Art des Erregers ziehen. Sicher identifiziert werden kann der Erreger allerdings meist erst, wenn die auf der Kultur gewachsenen Pilze erneut unter dem Mikroskop betrachtet werden.

In bestimmten Fällen sind Blutuntersuchungen notwendig, die oft sehr aufwendig sind.

Krankheitsbilder


Onychomykosen (Pilzerkrankung der Nägel)

Voraussetzung für diese Erkrankung ist eine bereits bestehende Schädigung des Nagels z.B. durch zu enges Schuhwerk, Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselkrankheiten. Sie kann durch Schimmelpilze oder Mischinfektionen hervorgerufen sein. Ein Nagelpilz wird meist durch eine benachbarte infizierte Hautstelle hervorgerufen. Der Nagel wölbt sich dann ggf. und verfärbt sich. In schwereren Fällen bilden sich so genannte Krümelnägel. Wenn zusätzlich bakterielle Erreger in den kranken Nagel einwandern, kann eine erschwerende Entzündung des gesamten Nagelbettes resultieren.

Eine Informationsbroschüre zum Thema Nagelpilz können Sie hier kostenlos als PDF-Datei herunterladen.

Tinea (Befall der freien Haut durch Fadenpilze)

Diese Erkrankung wird durch Dermatophyten hervorgerufen. Hinter den Begriff Tinea setzt man den lateinischen Begriff für die Stelle, an der sich die Pilzerkrankung befindet, z.B. capitis (Kopf), corporis (Körper) oder auch jede andere Stelle. Auch der Fußpilz (Tinea pedum) zählt zu dieser Erkrankung (vgl. Abbildung).

Befinden sich die infizierten Stellen am Rumpf oder an Armen oder Beinen, sehen sie typischerweise folgendermaßen aus: Die Stellen sind rötlich entzündet, rundlich und scharf begrenzt. Sie können auch jucken, und einzelne Herde können ineinander fließen. Am Rand der Herde finden sich oftmals Bläschen, Pusteln oder Schuppen.

An den Füßen und Händen fehlen die typisch kreisförmigen Herde. Stattdessen treten zwischen den Zehen oft feine Risse auf, die sehr schmerzhaft sein können. Fuß- und Handflächen sind von einer mehlstaubartigen Schuppung bedeckt. Auch Juckreiz ist möglich.

Candidosen

Candidosen werden durch Hefepilze hervorgerufen. Die häufigste Art ist Candida albicans (etwa 80 % der Fälle). Es gibt jedoch noch weit mehr als 100 andere Candida-Arten.
Bei einem Teil der gesunden Bevölkerung lässt sich Candida albicans im Magen-Darm-Trakt oder seltener auch auf der Haut nachweisen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt. Eine Beseitigung der Erreger ist in der Regel nicht erforderlich. Liegt jedoch eine Abwehrschwäche vor, kann sich der Erreger ungehindert vermehren und zu Krankheitssymptomen führen, die dann behandelt werden müssen. Eine akute Hefepilzerkrankung der Haut (Hautcandidose) findet man oft im Bereich der Hautfalten, wo ein feucht-warmes Klima herrscht. Oft jucken oder brennen diese Stellen. Man findet jedoch auch Candida-Infektionen im Bereich der Mundwinkel, der Mundschleimhaut und vielen anderen Bereichen. Sehr häufig ist auch der so genannte Windelsoor bei Säuglingen. Candida-Infektionen der Schleimhäute zeichnen sich durch weiße abwischbare Beläge auf einem entzündlich geröteten Grund aus. Die Infektionen der Hautfalten (Leisten, Achselhöhlen, unterhalb der Brust) zeigen eine nässende Rötung. Fast immer berichten Betroffene über Juckreiz bzw. Brennen.

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Hefepilzerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern
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