Psoriasis
Behandlung
Auch wenn bisher keine absolute Heilung der Psoriasis möglich ist, können die Hauterscheinungen aber wesentlich gebessert und häufig auch für längere Zeit ganz zum Verschwinden gebracht werden. Hierzu gibt es drei wesentliche Therapieformen:
- Äußerliche Behandlung, z. B. mit Salben, Cremes, Emulsionen, Lösungen
- Bestrahlung mit UV-Licht, auch in Verbindung mit unterschiedlichen Badeanwendungen
- Innerliche Behandlung, z. B. mit Tabletten oder Spritzen.
Begleitend werden Bade- und Klimatherapien sowie psychosoziale Therapien eingesetzt. Außerdem kommt der Pflege der Haut mit so genannten „Basistherapien“ eine große Bedeutung zu.
Bei der Mehrzahl der Erkrankten können mit einer äußerlichen und / oder mit einer kombinierten UV-Licht-Therapie gute Behandlungserfolge erzielt werden. Nur in schweren Fällen werden innerliche Therapieformen angewendet.
Behandlungsarten
1. Abschuppung
Damit die eigentlichen Arzneimittel gegen die Psoriasis richtig zur Wirkung kommen können, müssen in der Regel zunächst die Schuppen von der Haut entfernt werden, da sie das Eindringen der Wirkstoffe in die Haut verhindern. Am häufigsten wird hierzu Salicylsäure, ein Stoff, der ursprünglich aus der Weidenrinde gewonnen wurde, verwendet. Auch Milchsäure und Harnstoff (Urea) in sehr hoher Konzentration bieten gute Alternativen.
2. Arzneistoffe gegen die Funktionsstörungen der Haut
- Vitamin-D3-Abkömmlinge
Wirkstoffe, die sich vom Vitamin D ableiten, gehören inzwischen zum Therapiestandard. Diese Präparate, die der Arzt verschreiben muss, normalisieren die Zellneubildung und -entwicklung. Beispiele für Vitamin-D3-Abkömmlinge sind Tacalcitol, Calcipotriol und Calcitriol. Sie sind in der Regel gut verträglich und einfach äußerlich anzuwenden. - Dithranol
ist eine weitere sehr wirksame und sichere Substanz. Sie wird bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt. Nachteilig sind jedoch Hautreizungen und Verfärbungen der Haut und Kleidung, die bei der Anwendung auftreten können. Seit Mitte der 90er Jahre wird deshalb die so genannte Minutentherapie angewendet, wobei die Dithranol-Zubereitung nur für kurze Zeit auf der Haut verbleibt und dann wieder abgewaschen wird. Diese Behandlungsform ist besonders verträglich. - Kortisonpräparate
sind ein wichtiger Bestandteil der Psoriasisbehandlung. Sie wirken schnell und gezielt gegen die vermehrte Zellbildung und das Entzündungsgeschehen. Richtig und durch den Hautarzt kontrolliert angewendet, bringen sie recht schnelle Behandlungserfolge. Kortisonpräparate sind ebenfalls i.d.R. verschreibungs- pflichtig. - Teerpräparate
zählten früher zur Standardtherapie der Psoriasis. Vor einigen Jahren sind sie jedoch in die Kritik geraten, da krebserregende Eigenschaften nachgewiesen wurden (Steinkohlenteer). Heute werden die Teerpräparate aus anderen Quellen hergestellt und gereinigt (z. B. Schieferöl), doch werden auch diese Präparate inzwischen kaum noch eingesetzt.
3. Unterstützende äußerliche Behandlung (Basistherapie)
Einige der Behandlungsarten, z. B. die Anwendung von Dithranol oder UV-Licht, können die Haut stark austrocknen. Die Haut muss daher zusätzlich gefettet werden. Auch in der erscheinungsfreien Zeit ist es im Allgemeinen sinnvoll, der Haut Fett und Feuchtigkeit mit speziellen Hautpflegeprodukten zuzuführen. Sie ist dann weniger anfällig für Reize und fühlt sich zarter und geschmeidiger an. Pflegeprodukte und andere Basistherapien werden leider nicht mehr in allen Fällen von den Krankenkassen übernommen, können aber in der Apotheke ohne Rezept gekauft werden (Balneum Hermal® F Ölbad, Basodexan®, Optiderm®, aqeo Hautpflegeserie.
4. UV-Lichtbehandlung (Fototherapie)
Es ist seit Jahrhunderten bekannt, dass Sonnenlicht viele positive Wirkungen auf die Haut und auf Erkrankungen der Haut besitzt. Im Sommer sind deshalb Erkrankungen wie Akne, Ekzeme und auch die Psoriasis oft weniger häufig oder schwächer ausgeprägt als in den Wintermonaten. Das unterschiedliche Strahlenspektrum der Sonne kann der Hautarzt auch therapeutisch nutzen. Im Rahmen von Kuraufenthalten, z. B. am Toten Meer, werden häufig Kombinationsbehandlungen aus Bade- und Bestrahlungstherapien angewendet.
Dem Hautarzt stehen zur Lichttherapie eine Auswahl spezieller Bestrahlungslampen zur Verfügung. Oft wird die Lichttherapie auch in Kombination mit anderen Behandlungsverfahren eingesetzt, um die Wirkung zu verstärken. Die energiereiche UV-B-Strahlung wird dabei häufig mit anderen Medikamenten (Kortison, Vitamin-D3-Zubereitungen) kombiniert.
Die energieärmere UV-A-Strahlung wird bei der Behandlung der Psoriasis überwiegend in Kombination mit Wirkstoffen angewendet, die die Haut lichtempfindlicher machen (Psoralen-UVA = PUVA-Therapie), oder mit Salzbädern, die einen ähnlichen Effekt haben. Seit einigen Jahren wird die PUVA-Badetherapie mit gutem Erfolg eingesetzt.
Da die Bestrahlung auf lange Sicht auch eine Belastung darstellen kann (z. B. ist in einigen Fällen das Hautkrebsrisiko erhöht), wird die Fototherapie nur bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis empfohlen.
5. Innerliche Behandlung
In schweren Fällen wird der Hautarzt eine innerliche Behandlung verordnen. Alle Medikamente, die derzeit angewendet werden können, sind hochwirksam, weisen aber auch ein Spektrum unerwünschter Wirkungen auf. Die Erfahrung des Arztes und die Einhaltung der Dosierungen durch den Patienten sind für die sichere Anwendung Grundvoraussetzungen.
Verordnet werden:
- Abkömmlinge des Vitamins A (z. B. Acitretin)
- Zytostatika (z. B. Methotrexat)
- auf das Immmunsystem wirkende Stoffe (z. B. Cyclosporin)
- Abkömmlinge der Fumarsäure (z. B. Fumarsäureester)
- so genannte "Biologics" (biotechnologisch hergestellte Eiweiße).






