Psoriasis

Das Krankheitsgeschehen spielt sich bei der Psoriasis vor allem in der obersten Hautschicht, der Epidermis, ab. Hier werden fortwährend Oberhautzellen gebildet, die nach außen wandern und sich dabei zu Hornzellen entwickeln. Der normale Zeitraum der Zellerneuerung beträgt 28 Tage. Bei Psoriasis vollzieht sich dieser Prozess in nur 3 bis 4 Tagen; im Vergleich zu gesunder Haut (Abbildung 1) ist die Zellneubildung also deutlich beschleunigt. Daher können sich die Zellen nicht richtig entwickeln. Die Verhornung der schützenden oberen Hornschicht ist gestört, und es bilden sich die typischen starken Schuppenauflagerungen. Geweitete und stärker gewundene Blutgefäße führen zu einer Rötung der Haut in den betroffenen Bereichen. Außerdem können Entzündungszellen (Leukozyten) durch diese Gefäße verstärkt in die betroffenen Hautareale einwandern (Abbildung 2).

Gesunde Haut
Abb. 1:
Gesunde Haut

Gesunde Haut


  • Hornschicht
  • Epidermis (Oberhaut)
  • Bindegewebe
  • Blutgefäße
 
Psoriasis Plaque
Abb. 2:
Psoriasis Plaque

Psoriasis Plaque:


  • Schuppung
  • verdickte Hornschicht (Hyperkeratose)
  • lufthaltige, aufgelockerte Räume
  • Entzündungszellen
  • erweiterte, gewundene Blutgefäße
  • verstärkte Zellteilung
  • verlängerte "Zapfen" (Reteleisten) der Epidermis
   

Gekennzeichnet sind die Hauterscheinungen durch scharf begrenzte, gerötete Plaques unterschiedlicher Form und Größe mit charakteristischer silbrig-grauer Schuppung. Juckreiz ist ebenfalls möglich. Bevorzugt finden sich Psoriasis-Herde an den Streckseiten der Arme und Beine, Ellbogen und Knie, in der Lendenregion, am behaarten Kopf sowie hinter den Ohren. Es kann jedoch prinzipiell jeder Bereich der Hautoberfläche befallen sein, auch die Nägel.

Die Erscheinungsformen sind sehr variabel. Oft finden sich nur einige wenige Läsionen, z. B. in den bevorzugt betroffenen Körperarealen (s. o.). Manchmal kann man punktförmige, münzenförmige oder großflächige, einer Landkarte ähnelnde Veränderungen sehen. Zudem werden verschiedene Psoriasis-Formen unterschieden.

Psoriasis-Formen


Psoriasis vulgaris (Psoriasis vom Plaque-Typ)

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris, welche durch dicke, silbrig glänzende Schuppenauflagerungen charakterisiert ist. Psoriasis vulgaris kann in zwei Gruppen unterteilt werden: Zum Typ I zählen meist schwerere Fälle, die bereits in frühen Lebensjahren auftreten (10-25 Jahre). Betroffene Patienten weisen charakteristische genetische Merkmale auf. Es besteht eine familiäre Häufung, und meist kann die Psoriasis schon durch ein Kratzen auf der Haut ausgelöst werden (Koebner-Phänomen). Der Typ II-Gruppe werden diejenigen Patienten zugeordnet, die ihre – meist leichte – Psoriasis erst nach dem 35. Lebensjahr entwickeln (Spättyp). In der Regel sind keine anderen Familienmitglieder betroffen. Die typischen Gen-Marker sind hier nicht vorhanden.

Psoriasis guttata

Bei der Psoriasis guttata finden sich auf der gesamten Hautoberfläche verstreut kleine, höchstens linsengroße Herde. Diese Form tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf, z. B. nach einer Infektion mit Streptokokken oder wenn es zum ersten Mal zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Die Psoriasis guttata kann entweder wieder abklingen oder in eine Psoriasis vulgaris übergehen.

Psoriasis intertriginosa

Selten treten Psoriasis-Läsionen intertriginös auf, d. h. in Hautfalten wie unter den Achseln, in der Bauchfalte, unter der Brust oder in der Analfalte.

Pustulöse Psoriasis

Hierbei handelt es sich um ein eher seltenes, eigenständiges Krankheitsbild, welches selbst wiederum in verschiedenen Formen auftreten kann. Grundsätzlich geht die pustulöse Psoriasis mit Pusteln bzw. Bläschen einher, die mit einer weißlich bis gelblichen Flüssigkeit gefüllt und von geröteter, entzündeter Haut umgeben sind. Ist der gesamte Körper betroffen, spricht man auch von einer „generalisierten“ Form (Typ von Zumbusch). Die Krankheit geht mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl einher und kann lebensbedrohlich sein.
Eine pustulöse Psoriasis kann auch nur die Handflächen und Fußsohlen betreffen. Diese bezeichnet man dann als Pustulosis palmoplantaris.

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