Windpocken

Krankheitsverlauf


Zwischen der Infektion und den ersten spür- und sichtbaren Zeichen liegen in der Regel 2 bis 3 Wochen. In dieser Zeit kann sich das Virus unbemerkt vermehren. Dann beginnt die Erkrankung mit dem typischen Hautausschlag: Es bilden sich flache rote Flecken, die am ganzen Körper verstreut auftreten können, insbesondere an Kopf und Rumpf, später ggf. auch an den Armen und Beinen. Auch ein Befall der Schleimhäute (z. B. Mund, Rachen, Genitalbereich) ist typisch.

Im Laufe von Stunden verdicken sich die Flecken zu kleinen Knötchen und bilden dann Bläschen, die von geröteten (entzündeten) Hautarealen umgeben sind. Die Bläschen sind mit einer klaren wässrigen Flüssigkeit gefüllt und reißen leicht auf. Während der Bläschenbildung besteht mäßiger bis starker Juckreiz. Nach einigen Tagen bilden sich fest haftende Krusten, die die Abheilung anzeigen.

Innerhalb der ersten 2 bis 4 Tage entwickeln sich weitere Bläschen. Die Anzahl ist sehr unterschiedlich – von einigen wenigen bis hin zu hunderten von Bläschen.

Da sich die Bläschen schubweise bilden, sind nach einiger Zeit alle Entwicklungsstadien zu sehen (Rötung, Bläschen, Krusten). Die Krusten fallen nach 2 bis 3 Wochen ab. Narben bilden sich nicht, es sei denn, die kleinen Patienten fangen wegen des starken Juckreizes an zu kratzen. Dies sollte auf jeden Fall vermieden werden. Gelangen durch die Fingernägel Bakterien in die aufgekratzten offenen Bläschen, können diese sich entzünden, eitern und dann beim Abheilen bleibende Narben hinterlassen.

Windpocken gehen häufig mit quälendem Juckreiz einher, und in den ersten Tagen kann sich hohes Fieber entwickeln. Weitere Beschwerden sind in der Regel nicht zu erwarten.

Komplikationen sind bei Kindern im Gegensatz zu Erwachsenen selten. Zu den möglichen Komplikationen zählen u. a. aufgelagerte Hautinfektionen mit Bakterien (so genannte Superinfektionen), Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und Lungenentzündung. Ein besonderes Risiko besteht für Neugeborene, Frühgeborene, Schwangere, die selbst nie an Windpocken erkrankt waren (fehlender Immunschutz) und Patienten, deren Immunsystem durch Erkrankungen oder bestimmte Medikamente beeinträchtigt ist (HIV-Infektion, Organtransplantierte).

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