Warzen

Warzen sind Folge einer Infektion der Haut mit Viren (humane Papillomviren). Nach Ansteckung mit den Warzenviren kommt es Wochen oder Monate später an der infizierten Hautstelle zu vermehrtem Zellwachstum, das dann als Warze sichtbar wird. Medizinisch werden Warzen daher auch zu den gutartigen Hauttumoren gerechnet (das lateinische Wort Tumor bedeutet übersetzt so viel wie Geschwulst, Gewächs oder auch Gewebswucherung). Warzen der Haut sind ungefährlich, da sie nur in die oberen Hautschichten eindringen. Allerdings gibt es einzelne Virus-Typen, die unter Verdacht stehen, an der Entstehung von Hautkrebs oder Krebs im Genitalbereich beteiligt zu sein.

Warzenviren sind weltweit verbreitet. Die Rate der Neuerkrankungen liegt bei etwa
13 %. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene humane Papillomviren identifiziert. Einige von ihnen rufen Warzen auf der Haut hervor, andere führen zu Warzen auf der Schleimhaut, z. B. im Mund oder im Genitalbereich.

Infizieren kann man sich sowohl durch direkten Körperkontakt, z. B. beim Händeschütteln, als auch indirekt über Hautschuppen, z. B. durch Barfußlaufen in Schwimmbädern, in der Sauna oder in Sporthallen. Beim bloßen Kontakt mit den Viren kommt es meist noch nicht zu einer Infektion. Normalerweise bietet die gesunde Haut einen natürlichen Schutz gegen Krankheitserreger. Erst wenn die Hautbarriere geschädigt ist, z. B. durch kleinste Verletzungen, Risse oder aufgequollene Haut beim Schwitzen, können die Viren in die Haut eindringen. Über Verletzungen gelangen sie zur Wachstumszone der obersten Hautschicht (Epidermis) und befallen die neu nachwachsenden Zellen. Dort verändern sie die Erbinformation und führen zu einem schnelleren Nachwachsen der infizierten Zellen, so dass die typischen Warzengebilde entstehen. Von der Ansteckung bis zur Bildung der Warzen können aber Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen.

Die Warzen enthalten an der Oberfläche oft große Mengen an neu produzierten Viren. Bei Verletzung der Haut, z. B. durch Kratzen, können sich die Viren weiter ausbreiten. Kinder neigen z. B. dazu, ihre Warzen anzuknabbern. Sie entwickeln dann häufig auch Warzen im Mundbereich.

Risikofaktoren für Warzen sind

  • eine schlechte Immunlage (z. B. HIV-Patienten oder Patienten, die nach einer Organtransplantation Medikamente bekommen, die die körpereigene Abwehr schwächen, um eine Abstoßung des Transplantats zu verhindern)
  • Durchblutungsstörungen (kalte Hände/Füße)
  • Arbeiten in Feuchtbereichen (Wasser und Schweiß weichen die Haut auf und schädigen die natürliche Barrierefunktion der Haut)
  • Hauterkrankungen, die mit einer geschädigten Hautbarriere einhergehen, z. B. Neurodermitis (atopische Dermatitis).
  • Metzger/Schlachthauspersonal können sich auch beim Schlachtvieh, z. B. Rindern, anstecken

Warzen treten in verschiedenen Formen auf, je nach Art des Virus und Ort der Infektion. Von den zahlreichen Warzenformen werden nachfolgend einige häufig vorkommende Typen beschrieben.

Warzen auf der Haut

Verrucae vulgares (gewöhnliche Warzen)

Die am häufigsten vorkommenden Warzen sind die gewöhnlichen (vulgären) Warzen. Sie treten vorwiegend auf dem Handrücken oder auf der Oberseite der Finger und am Nagelwall auf und sind in aller Regel schmerzlos.
Gewöhnliche Warzen sind teils flach, teils halbkugelig, teils mit einer zerklüfteten und verhornten Oberfläche versehen. Sie stehen entweder einzeln oder es entstehen große knotige Gebilde aus mehreren Warzen. An Augenlidern, Lippenrot und im Bartbereich sehen die Warzen eher dünn und zapfenartig aus. Hier werden sie als Pinselwarzen (Verrucae filiformes) bezeichnet. Durch Schnittwunden beim Rasieren können sich Warzen im Bartbereich großflächig ausbreiten.

Gewöhnliche Warzen heilen nach unterschiedlich langer Zeit oft auch ohne Therapie wieder ab. Bis dahin können jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen.

Verrucae plantares (Dornwarzen, Plantarwarzen)

Dornwarzen sind vulgäre Warzen, die an Druckstellen – bevorzugt an den Fußsohlen – entstehen. Aufgrund des auf der Warze lastenden Körpergewichts wachsen sie tief – wie ein Dorn – in die Haut. Daher ist die Oberfläche der Dornwarzen anders als bei gewöhnlichen Warzen auch kaum vorgewölbt. Oft sind sie von einer Schwiele bedeckt. Typisch sind viele rote oder schwarze Pünktchen in der körnig weißlichen Hornzellmasse, die durch winzige Blutungen entstehen.

Dornwarzen können Schmerzen, insbesondere beim Gehen, verursachen.

Verrucae planae juvenilis (Jugendliche plane Warzen, Flachwarzen)

Besonders Kinder und Jugendliche infizieren sich mit diesem Warzentyp. Es handelt sich um flache, hautfarbene oder rötlich-braune Knötchen. Sie treten meist im Gesicht, seltener auf dem Handrücken auf.

Warzen im Genitalbereich

Warzen im Genitalbereich werden als Feigwarzen oder medizinisch als Condylomata acuminata bezeichnet. Typischerweise treten sie in feuchtwarmer Umgebung auf Schleimhäuten auf, z. B. unter der Vorhaut, am After oder an den Schamlippen der Frau.

Andere Warzentypen

Verrucae seborrhoicae (Alterswarze, Fettwarze)

Diese Warzen werden nicht von Viren verursacht und sind somit auch nicht ansteckend. Die Ursache dieser Alterswarzen ist nicht bekannt. Sie finden sich in mehr oder weniger großer Anzahl am Rumpf und im Gesicht älterer Menschen. Die Farbe schwankt zwischen gelblich, bräunlich bis schwärzlich. Die Oberfläche ist etwas erhaben und von fettigen Hyperkeratosen (Schwielen, Hornhaut) bedeckt. Alterswarzen sind gutartig und bleiben dies auch. Problematisch ist bei Alterswarzen – neben dem kosmetischen Aspekt – die Verwechslungsgefahr mit dem schwarzen Hautkrebs (Melanom). In Zweifelsfällen sollte immer ein Hautarzt aufgesucht werden.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Warzen zu therapieren. Da einige Warzen sich auch spontan von selbst innerhalb von Monaten oder Jahren zurückbilden, wird bei Kindern manchmal auch einfach abgewartet.

Warzen können operativ entfernt oder auch medikamentös behandelt werden. Bei der Auswahl der Therapie müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Warzen im Genitalbereich gehören auf jeden Fall in die Hand eines Spezialisten, ebenso wie Warzen bei Kindern, am Auge oder im Gesicht. Auch muss berücksichtigt werden, ob bestimmte Grunderkrankungen vorliegen, wie z. B. Diabetes mellitus (hier liegt oft eine Wundheilungsstörung vor).

Beim operativen Entfernen der Warzen werden diese aus dem gesunden Gewebe herausgeschält, z. B. mit einem so genannten scharfen Löffel. Hautärzte können Warzengewebe auch mit einem Laser abtragen, eine Kältetherapie (Kryotherapie) durchführen oder die Warzen verätzen.

Herkömmliche medikamentöse Therapien sind zum Teil auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Sie enthalten meist den Wirkstoff Salicylsäure. Salicylsäure führt dazu, dass die Hornzellen untereinander nicht mehr so gut zusammenhalten und sich leichter abschälen lassen. So werden Verletzungen der Haut vermieden. Darüber hinaus gibt es auch Kältesprays, allerdings beseitigen auch diese Präparate nicht die Ursache der Warzen, die Warzenviren. So kommt es häufig vor, dass die Warzen nach einiger Zeit wiederkommen. Medikamente, die auch das Wachstum der Warzenviren vermindern, sind verschreibungspflichtig und müssen vom Arzt verordnet werden.

  • Vermeiden Sie es, in öffentlichen Einrichtungen (z. B. Sporthallen, Saunen, Schwimmbädern, Hotels etc.) barfuß zu laufen.
  • Nach jedem Schwimmbadbesuch (und natürlich auch zu Hause) Hände und Füße gut abtrocknen.
  • Halten Sie Ihre Füße trocken und warm.
  • Regen Sie Ihre Durchblutung an, z. B. durch Wechselbäder.
  • Jede Warze sofort behandeln, damit eine Vermehrung der Warzenviren verhindert wird.
  • Nicht selbst an Warzen herummanipulieren.
  • Beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden!

Warum bekommen einige Menschen Warzen, andere nicht?

Das Risiko, an Warzen zu erkranken, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Grund dafür ist unbekannt. Eine schlechte Immunlage kann das Auftreten von Warzen begünstigen.

Darf man Warzen aufkratzen, aufstechen oder schneiden?

Vermeiden Sie eigene Manipulationen an Warzen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Viren auf der Haut ausbreiten und Sie sich oder andere anstecken.

Helfen Hausmittel?

Gelegentlich hört man von Therapieerfolgen bei Warzen durch Hausmittel. Zu nennen sind hier u. a. das Besprechen der Warzen sowie der Einsatz von Kräutertinkturen und Schnecken. Wenn die Warzen dadurch tatsächlich verschwinden, handelt es sich häufig um Zufall. Die körpereigene Abwehr hat unabhängig von dem Hausmittel erfolgreich eine Selbstheilung eingeleitet. Die Selbstheilungsrate beträgt 66% innerhalt von 2 Jahren. Allerdings darf die Immunabwehr nicht geschwächt sein, wie z. B. bei Neurodermitis, sonst können sich Warzen leicht ausbreiten.

  • Stockfleth E. Humane Papillomviren. In: Braun-Falco et al. (Hrsg.): Dermatologie und Venerologie. 5. Aufl. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005. S. 45-54.
  • Heyn G. Humane Papilloma-Viren statt Hexenzauber. Pharmazeutische Zeitung 2004; 47.
  • Massig AM, Epstein WL. Natural history of warts. A two-year study. Arch Dermatol 1963 Mar; 87:306-10.

In diesem Film erhalten Sie wissenswerte Informationen rund um Warzen.


Broschüren

Warzen und wie man sie los wird
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