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Ekzeme.

Nummuläres Ekzem.

Charakterisiert ist das nummuläre Ekzem bzw. die nummuläre Dermatitis durch münzförmige oder ovale Hautveränderungen, die gerötet sind, nässen und im späteren Verlauf gelblich verkrusten und schuppen. In der Gesamtbevölkerung tritt das nummuläre Ekzem mit einer Häufigkeit von 0,1 bis 0,4 % auf. Gewöhnlich sind ältere Erwachsene vom ca. 50. bis 70. Lebensjahr betroffen. Bevorzugt kommt es an den Extremitäten (Arme, Beine) vor, aber auch der Stamm, insbesondere der obere Rücken kann betroffen sein. Dem Ekzem liegt möglicherweise eine mikrobielle Ursache zugrunde.

Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken bei der Entstehung des nummulären Ekzems eine Rolle spielen, da sie in den entzündeten Herden häufig nachgewiesen werden können. Andererseits bieten die nässenden Ekzemherde eine gute Wachstumsgrundlage für die Erreger, so dass sie auch „zufällig" gefunden, aber nicht ursächlich verantwortlich gemacht werden könnten. Eine weitere Theorie ist, dass bakterielle Erreger oder deren Zerfallsprodukte eine allergische Reaktion im Sinne eines Kontaktekzems hervorrufen könnten. Daher auch die Bezeichnung „mikrobielles Ekzem".

Ob andere chronische bakterielle Infekte (z. B. eine chronische Bronchitis) zur Entstehung des nummulären Ekzems beitragen können, ist nicht geklärt. In einigen Fällen führte die Beseitigung der chronischen Infektion zur Abheilung der Hautläsionen, in anderen Fällen nicht.

Manchmal treten ähnliche Hauterscheinungen auch bei einer Neurodermitis auf. Daher sollte immer abgeklärt werden, ob es sich vielleicht um eine Neurodermitis und nicht um ein nummuläres Ekzem handeln könnte.

Die Suche nach den auslösenden Faktoren des nummulären Ekzems ist wichtig, da im Falle einer zu Grunde liegenden allergischen Reaktion der Auslöser eliminiert werden muss.

Ein nummuläres Ekzem kann folgendermaßen aussehen bzw. verlaufen:

  • Das Ekzem beginnt mit kleinen geröteten Pickelchen bzw. Bläschen. Wenn die Bläschen platzen entstehen die typischen scharf begrenzten, münzförmigen, ca. 5 cm großen, entzündlich geröteten und nässenden Herde.
  • Die nässenden Läsionen trocknen unter Krustenbildung ab. Die Krusten sind gelblich. Ältere Läsionen sind schuppig.
  • Die Herde können jucken oder auch brennen.
  • Meist beginnt die Erkrankung an den Beinen/Unterschenkeln. Aber auch der Stamm, insbesondere der obere Rücken, sowie die Oberarme und Hände sind häufig betroffen.
  • Manchmal kommt es im Zentrum der Herde bereits zur Abheilung während der Rand sehr entzündlich ist. Dadurch kann das nummuläre Ekzem dem Hautpilz sehr ähnlich sehen.
  • Das nummuläre Ekzem kann über Jahre hinweg chronisch verlaufen, d. h. nach Phasen der Abheilung immer wieder aufflammen.

Da das nummuläre Ekzem anderen Hauterkrankungen ähnelt und unterschiedliche mögliche Ursachen berücksichtigt werden müssen, sollte man sich zur Abklärung möglichst an einen Hautarzt wenden.

Wenn eine bakterielle Besiedlung der entzündeten Hautstellen festgestellt wird, werden zunächst antiseptische Waschlösungen und/oder Antibiotika zur äußerlichen Anwendung verordnet. Manchmal gehen Hautinfektionen von einem bakteriellen Erregerreservoir in der Nase aus. In diesem Fall werden vom Arzt speziell entwickelte Präparate zur Abtötung der Erreger auf der empfindlichen Nasenschleimhaut verschrieben.

Neben der antimikrobiellen Behandlung spielt auch die antientzündliche Behandlung mit Glukokortikoiden (vom Kortison abgeleitete Substanzen) eine große Rolle in der Behandlung der stark entzündeten Herde. Je nach Ausprägungsgrad werden manchmal Verbände angelegt, um die Wirkstoffe möglichst tief in die Haut eindringen zu lassen.

Da die Haut von Patienten mit nummulärem Ekzem häufig sehr empfindlich ist, sollten fette Salben oder zu fetthaltige Cremes zur Hautpflege vermieden werden.

Nur in schweren Fällen werden Glukokortikoide oder Antibiotika für kurze Zeit auch innerlich angewendet.