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Ekzeme.

Seborrhoisches Ekzem.

Das seborrhoische Ekzem (Syn.: seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna) ist eine häufige Hauterkrankung. Ob als Säugling, Erwachsener oder älterer Mensch, fast jeder entwickelt im Laufe seines Lebens einmal ein seborrhoisches Ekzem. Meistens ist es nur sehr schwach ausgeprägt. Bis zu 5 % der Bevölkerung leiden aber unter einer ausgeprägteren, behandlungsbedürftigen Form. Die Erkrankung beginnt bei Säuglingen typischerweise in den ersten 3 Lebensmonaten, bei Erwachsenen um das 4. Lebensjahrzehnt.

Bei einem seborrhoischen Ekzem handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch fettig schuppende, scharf begrenzte, gerötete und teilweise juckende Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Diese treten in der Regel in talgdrüsenreichen Breichen auf wie der Kopfhaut, an der Stirn-Haar-Grenze, hinter den Ohren, im Bereich der Barthaare, der behaarten Schläfen, der Augenbrauen und der Falte, die von der Nase zu den Mundwinkeln führt. Häufiger betroffen sind auch die Brustmitte, die Achselhöhlen und Leisten. Die Betroffenen neigen zu fettiger Haut (Seborrhoe).

Eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen wahrscheinlich Hefepilze der Art Pityrosporum. Sie sind jedoch nur einer von verschiedenen möglichen Faktoren.

 

Bis heute ist die genaue Ursache nicht bekannt. Folgende Faktoren spielen möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung des seborrhoischen Ekzems:

  • Vererbung
  • verstärkte Talgdrüsenproduktion
  • verstärkte Besiedlung mit Hefepilzen, die zur Normalflora der Haut gehören
  • Stress
  • Klima (die Hauterscheinungen treten im Winter häufiger auf, bessern sich im Sommer und an der See)
  • Allgemeiner Gesundheitszustand (treten ausgeprägte Formen bei jüngeren Patienten auf, sollte eine Immunschwäche ausgeschlossen werden)
  • beim seborrhoischem Säuglingsekzem: eine vorübergehend verstärkte Talgproduktion

 

Eine Assoziation zur Schuppenflechte (Psoriasis) wird diskutiert.

Das Risiko, ein seborrhoisches Ekzem zu entwickeln, ist z. B. erhöht

  • wenn man zu fettiger Haut/fettigen Haaren neigt oder stark schwitzt
  • bei Stress
  • bei kaltem, trockenem Klima
  • bei Männern (sie sind häufiger betroffen als Frauen, und bei ihnen ist die Erkrankung oft stärker ausgeprägt)
  • bei Patienten, die an derParkinson-Krankheit leiden oder mit HIV infiziert sind.
  • bei Fettleibigkeit

Die Hautveränderungen können sehr unterschiedlich sein. Typisch sind:

  • Öliges oder wachsartiges Erscheinungsbild der Haut
  • schuppige Haut; die Schuppen können von weiß über gelblich-grau bis gelblich-braun in ihrer Farbe variieren, und die Auflagerungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein
  • entzündlich gerötete und ggf. geschwollene Haut; die betroffenen Bereiche sind plaqueartig/scharf begrenzt
  • Auftreten in talgdrüsenreichen Arealen: auf der Kopfhaut, im Bereich der Stirn-Haar-Grenze, der Oberlippe, der Augenbrauen, der Augenlider, hinter und in den Ohren, in den Mundfalten, um die Nase, unter den Armen, um den Bauchnabel, im oberen Brustbereich, am oberen Rücken.
  • leichter bis mäßiger Juckreiz
  • Nässen und/oder schmerzhafte Einrisse, wenn das Ekzem in Hautfalten auftritt.

 

Bei schweren Formen kann sich die Erkrankung über die gesamte Hautoberfläche ausdehnen. In manchen Fällen kann die entzündete Haut durch Bakterien oder Hefepilze infiziert sein.

Verlauf

Während sich das seborrhoische Ekzem bei Säuglingen in der Regel spontan innerhalb von einigen Wochen oder Monaten zurückbildet, ist der Verlauf bei Erwachsenen meist chronisch. Das Ekzem tritt dann schubförmig auf, im Wechsel mit beschwerdefreien Intervallen.

Da das seborrhoische Ekzem leicht mit einer Reihe von anderen Hauterkrankungen verwechselt werden kann (z. B. mit Schuppenflechte oder Pilzinfektionen bei Erwachsenen und mit Neurodermitis bei Säuglingen), sollte man sich zur sicheren Diagnosestellung zunächst an einen Hautarzt wenden. Dieser kann anhand der Hauterscheinungen und der Krankheitsvorgeschichte (Anamnese) meist schon die Diagnose stellen und eine wirksame Behandlung empfehlen. Bei Erwachsenen werden sehr hartnäckige Schuppen mit schuppenlösenden Substanzen wie z. B. Salicylsäure behandelt. Schuppen bzw. Krusten im Bereich des behaarten Kopfes werden bei Kindern  z. B. mit Olivenöl aufgeweicht.

Geheilt werden kann das chronisch verlaufende seborroische Ekzem nicht, es spricht in der Regel aber gut auf eine antientzündliche und/oder antimikrobielle Therapie an. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung möglichst auch langfristig zu kontrollieren und das erneute Aufflammen zu verhindern. Meist reicht eine äußerliche Behandlung aus. Die Behandlung von Säuglingen und Erwachsenen ist dabei unterschiedlich. Über die Art und Dauer der Therapie sowie über eine mögliche langfristige „Erhaltungstherapie" entscheidet der Arzt.

Bei Erwachsenen werden sehr hartnäckige Schuppen mit schuppenlösenden Substanzen wie z. B. Salicylsäure behandelt. Diese darf bei Kindern nicht angewendet werden. Schuppen bzw. Krusten im Bereich des behaarten Kopfes werden hier z. B. mit Olivenöl aufgeweicht.

Gegen die Entzündung und den Juckreiz werden Kortikoide (Abkömmlinge vom Cortison) verordnet. Wirksam gegen die Hefepilze, die bei der Entstehung der Erkrankung vermutlich eine Rolle spielen, sind so genannte Antimykotika. Inzwischen gibt es auch Shampoos, die diese Wirkstoffe enthalten.

In schweren Fällen werden Antimykotika oder Kortikosteroide auch innerlich verabreicht. Bei einer sekundären, schweren Hautinfektion mit Bakterien werden diese mit Antibiotika bekämpft.

Tipps zur Haut- und Haarpflege:

  • Zur Hautpflege keine fettigen Cremes oder Salben verwenden.
  • Um Hautreizungen zu vermeiden, auf alkalische Seifen verzichten und stattdessen auf milde, pH-neutrale Reinigungsmittel zurückgreifen.
  • Für die Kopfwäsche empfehlen sich Shampoos mit Zusätzen wie Selendisulfid oder Zinkpyrithion.