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PATIENTEN

Haarerkrankungen

Haarerkrankungen Allgemeines

Haarbiologie

die HaarbiologieHaare bestehen aus mit Hilfe des Struktureiweißes Keratin verhornten Zellen, die die Haarrinde bilden. Diese ist von einer Kutikula (Häutchen) aus dachziegelartigen Hornzellen umgeben. Man unterscheidet verschiedene Haartypen: Während der Fetalzeit werden feine Flaumhaare (Lanugohaare) gebildet. Noch vor der Geburt werden diese durch nicht pigmentierte Vellushaare ersetzt, aus der die Körperbehaarung bis zur Pubertät hauptsächlich besteht. Kopfhaare bestehen aus dickeren markhaltigen Terminalhaaren. Dieser Haartyp befindet sich auch an Wimpern und Augenbrauen. In der Pubertät werden auch in der Achsel und Genitalregion Vellushaare in Terminalhaare umgewandelt. Dieser Prozess wird durch Androgene – männliche Sexualhormone – in Gang gesetzt.

Haaraufbau

Der sichtbare Teil eines Haares ist der Haarschaft. Der nicht sichtbare Teil wird der Haarwurzel zugerechnet. An der Austrittsöffnung, dem Haarfollikeltrichter, mündet auch der Ausgang der Haarbalgdrüse (Talgdrüse), die dem Haar durch "Fett" Glanz und Geschmeidigkeit gibt. Am unteren Haarwurzelende liegt das Wachstumszentrum - die Haarzwiebel. Hier teilen sich kontinuierlich besonders aktive Zellen, die Keratinozyten, und bilden das Keratin. Gesundes Haar wächst durch diesen Vorgang ständig weiter, ca. 0,3 mm pro Tag, also 1 cm pro Monat. Jedes Haar hat eigene Blutgefäße, die es über die Haarpapille mit Nährstoffen versorgen.

Hautquerschnitt

  • Hautquerschnitt1 Blutgefäße zur Nährstoffversorgung
  • 2 Haar
  • 3 Haarpapille
  • 4 Haarfollikel – Hautschichten um die Haarwurzel
  • 5 Haarmuskel
  • 6 Haarwurzel
  • 7 Talgdrüse

Typische Haarprobleme

Informationen zu häufigen Haarproblemen und wie man ihnen begegnet, finden Sie im Folgenden:

Ergrauen der Haare

Die Haarfarbe wird durch das eingelagerte Farbpigment hervorgerufen. Werden die Haare grau, ist die Aktivität der Melanin-produzierenden Zellen, der so genannten Melanozyten, reduziert. Üblicherweise ist das Ergrauen der Haare ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Aber auch ein Ergrauen der Haare innerhalb weniger Tage ist möglich. Auslöser hierfür können akute Infektionen mit Fieber, bestimmte Medikamente, Erkrankungen oder starker emotionaler Stress sein.

Verfärbungen

Weiße oder blonde Haare können sich durch intensiven Zigaretten- oder Zigarrenrauch gelblich verfärben. Es sind auch Fälle bekannt, bei denen extrem kupferhaltiges Wasser zu einer grünen Verfärbung der Haare geführt hat.

Warum spalten sich Haare?

Insbesondere schulterlange Haare haben einen permanenten Kontakt mit der Kleidung. Sie stoßen entweder auf die Kleidung auf oder reiben an ihr. Hierdurch kann es zu einer Spaltung des Haarschaftes kommen.

Sind Dauerwellen oder Färbungen schädlich für die Haare?

Eine Dauerwelle oder häufiges Färben sollten grundsätzlich nur bei gesundem Haar in Betracht gezogen werden. Sind die Haare dünn oder brüchig oder besteht bereits Haarausfall, kann eine Dauerwelle diesen Zustand noch verschlechtern. Daher sollten die Haare zuerst gekräftigt und in einen guten und damit belastbaren Pflegezustand versetzt werden.

Warum wird das Kopfhaar nach der Geburt immer dunkler und mit zunehmendem Alter grau?

Babyhaare enthalten Tausende von Pigmentzellen. Diese Pigmentzellen verstärken ihre Aktivität bis etwa zum 15. Lebensjahr und halten sie bis ungefähr zum 30. Lebensjahr relativ konstant. Danach nimmt einerseits die Zahl der Zellen selbst, andererseits ihre Aktivität, Pigment zu bilden, ab.

Sind die Haare an der Bildung der "Gänsehaut" beteiligt?

Das Phänomen der Gänsehaut ist mit dem "Fellsträuben" der Tiere vergleichbar. Muskelfasern verlaufen unmittelbar unter der Stelle, wo das Haar aus dem Follikel austritt. Auf Reize, z. B. Kälte, zieht der Musculus arrector pili, der Haarbalgmuskel, den schräg liegenden Follikel so zusammen, dass sich eine kleine Wölbung ergibt und das Haar senkrecht steht.