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Haarerkrankungen.

Kopfschuppen.

KopfschuppenWie die Haut befindet sich auch die Kopfhaut in einem ständigen Erneuerungsprozess. Hautzellen brauchen in der Regel 28 Tage, um als Hornzellen abgestoßen zu werden. Wenn es zur Bildung von Kopfschuppen kommt, läuft dieser Prozess schneller ab. Die sonst sehr kleinen Zellen sind als Zellhaufen deutlich sichtbar.

Etwa 10 – 20 % der Erwachsenen neigen zu banalen Kopfschuppen, bei denen keine Erkrankung der Kopfhaut dahinter steckt. Der Hautarzt würde diesen Zustand als Pityriasis simplex capillitii bezeichnen, manchmal auch als leichte Form des seborrhoischen Ekzems.

Bei Kindern treten bis zur Pubertät praktisch nie Schuppen auf, am häufigsten sind sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen, und im Frühjahr und Herbst zeigt sich eine ausgeprägtere Schuppenbildung als im Sommer und Winter.

Sofern neben der reinen Schuppenbildung auch Rötungen auf der Kopfhaut auftreten, die Kopfhaut juckt oder sich nässende und krustige Stellen bilden, sollte der Rat eines Hautarztes eingeholt werden.

Für die Bildung von Kopfschuppen sind unterschiedliche Auslöser verantwortlich. Der Haarboden kann trocken, aber auch fettig sein. Da Kopfschuppen auch eine Begleiterscheinung bei anderen Hauterkrankungen (z. B. Psoriasis, Ekzeme) sein können, sollten diese durch eine Untersuchung beim Hautarzt ausgeschlossen werden. Es lassen sich innere und äußere Einflussfaktoren unterscheiden. Als wesentliche innere Ursachen für Kopfschuppen-Erkrankungen gelten:

  • erbliche Veranlagung zu Störungen der Talgproduktion
  • Veränderungen im Hormonhaushalt, z. B. während der Pubertät
  • Psychische Belastung (Stress)

Äußere Auslösefaktoren sind:

  • Austrocknungsekzeme der Kopfhaut (Pityriasis capitis simplex) und falsche Haarpflege (zu häufige Haarwäsche, heißes Föhnen, kopfhautirritierende Pflegeprodukte) oder auch Pilzerkrankungen der Kopfhaut (z. B. Besiedelung der Kopfhaut durch Hefepilze einer Gattung Malassezia)
  • Atopisches Ekzem auf dem Kopf (Neurodermitis)
  • Kontaktekzem
  • Seborrhoisches Kopfekzem
  • Klima (stärkere Belastung, z. B. im Winter)

Symptome sind – wie der Name schon sagt - sichtbare Hornschuppen, die sich von der Hautoberfläche lösen. Bezüglich Kopfschuppen lassen sich je nach Ausmaß der Talgproduktion (siehe oben „Seborrhoea sicca", bzw. „Seborrhoea oleosa") trockene, feine, rieselnde Schuppen sowie große, fettige, fest haftende Schuppen unterscheiden. Häufig gehen Schuppen mit einem deutlichen Juckreiz auf der Kopfhaut einher. Die weißen Schuppen sind insbesondere auf dunkler Kleidung deutlich sichtbar, weswegen sie für die Betroffenen häufig eine Belastung darstellen.

Zur Abklärung der Ursache von Kopfschuppen empfiehlt sich immer der Besuch bei einem Hautarzt. Wenn eine Hauterkrankung die Ursache für die Schuppung ist, kann dieser eine Diagnose stellen sowie die Therapie vorschlagen.

Banale Kopfschuppen lassen sich durch eine auf die Kopfhaut gut abgestimmte Haarpflege in den Griff bekommen. Das Haar sollte nicht zu häufig mit einem milden, die gesteigerte Zellteilung unterdrückenden und rückfettenden Shampoo gewaschen werden. Hierzu eignen sich Shampoos mit Pyrithion-Zink (z. B. de-squaman® Hermal Anti-Schuppen Cremeshampoo) oder Selendisulfid.

Bei Haarbodenerkrankungen wird der Hautarzt zum Ablösen sehr starker Schuppenauflagerungen Keratolytika einsetzen. Hierzu zählt z. B. die Salicylsäure.

Beim seborrhoischen Ekzem wird der Hautarzt möglicherweise ein Produkt verordnen, das ein Antimykotikum, z. B. Clotrimazol, enthält. Das ist sinnvoll, weil häufig Hefepilze (Pityrosporum ovale, Malassezia furfur) mitverantwortlich für das Krankheitsgeschehen sind. Falls die Besiedelung mit Pilzen für die Schuppen ursächlich ist, empfiehlt es sich, Anti-Schuppenshampoos mit „fungiziden" Wirkstoffen, die das Pilzwachstum hemmen, zur Haarwäsche zu verwenden. Je nach Ausprägung der Schuppen lassen sie sich täglich bzw. wenige Male pro Woche anwenden. Nach einer gewissen Zeit reicht eine seltenere vorbeugende Anwendung. Einige dieser Anti-Schuppenshampoos enthalten zusätzlich Wirkstoffe zum Aufweichen und Ablösen der Schuppen bzw. juckreizlindernde Wirkstoffe. Insbesondere bei fettigen, fest haftenden Schuppen sind solche Shampoos sinnvoll. Mit Nachlassen der Schuppenbildung verschwindet auch der begleitende Juckreiz.

 

  • Bei Schuppen ist auf eine möglichst schonende Pflege der Kopfhaut und Haare zu achten:
  • Z. B. sollte bei trockener Kopfschuppung das Haar möglichst nicht zu oft und nur mit lauwarmem Wasser gewaschen und anschließend gut gespült werden.
  • Nach der Wäsche das Haar in ein Handtuch einschlagen und am Besten an der Luft trocknen bzw. lauwarm fönen. Geeignet sind Spezialshampoos wie bspw de-squaman® Hermal.
  • Sonneneinstrahlung trocknet die Kopfhaut und die Haare aus. Zur Vorbeugung können Sie die Haarspitzen mit einem Haaröl behandeln und eine Kopfbedeckung tragen.
  • Leiden Sie unter einem seborrhoischen Ekzem, sollten Sie eher auf eine Kopfbedeckung verzichten, da Sonne und Luft sich hier positiv auswirken können. Bei starker Talgproduktion und schnellem Fetten der Haare ist häufig eine tägliche Haarwäsche mit einem milden Haarshampoo notwendig.
  • Kopfmassagen regen die Durchblutung der Kopfhaut sowie Stoffwechsel und Talgproduktion an. Eine Kurzhaarfrisur erleichtert die Pflege der Kopfhaut.

Warum kommt es bei Anwendung von Antischuppen-Produkten zu einer Verstärkung der Schuppenbildung?

Antischuppen-Produkte führen bei sachgerechter Anwendung zu einer Normalisierung der Störungen, die zu der Schuppenbildung führen. Sie führen zu Beginn der Behandlung zu einer verstärkten Ablösung der bereits auf der Kopfhaut haftenden Schuppen.

Kann häufige Haarwäsche zur Bildung von Kopfschuppen führen?

Grundsätzlich ja. Insbesondere wenn täglich entweder mit stark entfettenden oder das Haar angreifenden Haarshampoos gewaschen wird.

Welche Ursachen können Schuppen haben?

Eine Reihe von Ursachen sind denkbar (siehe: Ursachen). Pilzerkrankungen sind eine mögliche Ursache von Schuppenbildung auf dem Kopf. Eine Abklärung durch den Hautarzt wird empfohlen.

Können Läuse Kopfschuppen vortäuschen?

Läuse legen ihre Eier in einer Eihülle, der so genannten Nisse, am Haar ab. Der Eindruck von Schuppen kann beim Betrachter durch die weißliche Färbung der Nissen entstehen. Sie lassen sich im Gegensatz zu Schuppen aber nur sehr schwer vom Haar ablösen.