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Pilzerkrankungen.

Nagelpilz.

In Deutschland leiden schätzungsweise 12 % der Bevölkerung unter Nagelpilz (med.: Onychomykose). Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen, ältere Personen häufiger als jüngere und Zehennägel öfter als Fingernägel. Meist entstehen Zehennagelmykosen bei Patienten, bei denen bereits eine Fußpilzinfektion vorliegt.

Eine Ansteckung erfolgt meist in Bereichen, in denen viele Menschen barfuß laufen, z. B. in öffentlichen Bädern, Gemeinschaftsduschen und -umkleiden (auch bei der Arbeit), in Sportanlagen und Hotelzimmern. Aber auch die private Umgebung stellt eine Ansteckungsquelle dar.

Allerdings erkrankt nicht jeder Mensch an Fuß- oder Nagelpilz, wenn er mit dem Erreger in Kontakt kommt. Erst unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. bei einer Vorschädigung des Nagels oder einer Verletzung der Nagelhaut, kommt es zu einer Pilzinfektion.

Besonders gefährdet sind unter anderem die Fußnägel von

  • älteren Menschen. Bei älteren Personen wachsen Nägel nur noch sehr langsam nach. Pilze können sich also besser ausbreiten.
  • Diabetikern. Diabetiker sind insgesamt anfälliger für Infektionen mit Pilzen und Bakterien.
  • Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem schwächen (so genannte Immunsuppressiva).

Begünstigende Voraussetzungen für eine Pilzinfektion der Nägel können sein:

  • Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen, z. B. bei älteren Menschen (> 40 Jahre), bei Diabetes, bei krankhafter Verengung der Arterien (arterielle Verschlusskrankheit), bei Rauchern oder bei Bewegungsmangel
  • Verletzungen des Nagels oder der Nagelhaut (z. B. bei Marathonläufern und Berufssportlern)
  • Häufiges Tragen von luftundurchlässigen Schuhen (Gummistiefel, Synthetiksocken)
  • Häufiges Tragen von zu engen Schuhen
  • Fußfehlstellungen

Der Nagelpilz wird in den meisten Fällen durch Fadenpilze, so genannte Dermatophyten hervorgerufen. Bei den Dermatophyten handelt es sich um die Hautpilze im engeren Sinne des Wortes. Sie ernähren sich vom Keratin der Haut und treten ausschließlich oberflächlich auf. Sie bleiben immer entweder in der Epidermis, im Haar oder in den Nägeln.
Nagelpilz kann aber auch durch Hefepilze und Schimmelpilze hervorgerufen werden.

Bei einer Nagelpilzerkrankung kommt es zu Verfärbungen des Nagels von gelblich bis dunkelbraun, selten auch grünlich oder schwarz. Zudem kann sich der Nagel verdicken und brüchig werden. In den umgebenden Hautpartien kann ein unangenehmer Juckreiz auftreten.

Meist beginnt die Nagelpilzinfektion am seitlichen, vorderen Rand des Nagels und breitet sich dann in Richtung Körper zur halbmondförmigen Lunula hin aus. Seltener ist gleich von Anfang an diese Wachstumszone des Nagels (mit) betroffen.

Die Erkrankung verläuft am Anfang unauffällig und verursacht keinerlei Schmerzen. Deshalb wird sie von den Betroffenen oft nicht als Problem erkannt.
Der Nagel kann jedoch so weit zerstört werden, dass er Beschwerden verursacht und kaum mehr nachwächst. Dieser Prozess kann Jahre dauern.

Nagelpilzerkrankungen heilen nie von selbst ab. Im Gegenteil: Wenn der Nagelpilz nicht behandelt wird, kann er sich weiter ausbreiten und dabei auch weitere Nägel und andere Hautbereiche infizieren. Deshalb sollten Nagelpilzerkrankungen grundsätzlich behandelt werden.

Für die Behandlung stehen Medikamente (so genannte Antimykotika) zur Verfügung, die das Wachstum der Pilze hemmen bzw. die Pilze abtöten. Diese Medikamente können entweder äußerlich (z. B. in Form Nagellacken) oder innerlich in Form von Tabletten oder Kapseln angewendet werden.

Wenn nur ein kleiner Teil des Nagels betroffen ist, reicht eine äußerliche Behandlung manchmal aus. Zur Verfügung stehen spezielle Nagellacke oder Salben-Sets mit antimykotischen Wirkstoffen, die in den Nagel eindringen können. Vor jedem Auftragen muss die Nageloberfläche je nach Präparat mit einer Feile aufgeraut oder mit einem Schaber abgetragen werden, damit der Wirkstoff gut in den Nagel eindringen kann. Für den Erfolg einer solchen Behandlung benötigt man Ausdauer, die Behandlung dauert Wochen bis Monate.

Wenn der Pilz größere Teile des Nagels oder sogar mehrere Nägel befallen hat, reicht eine äußerliche Behandlung in der Regel nicht mehr aus.
Sitzt der Pilz bereits im Nagelbett, wird auch der sich ständig neu bildende Nagel sofort infiziert. In diesen Fällen kann der Pilz nur noch von innen heraus behandelt werden. Der Wirkstoff (z. B. Terbinafin, Fluconazol oder Itraconazol) wird in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen. Über die Blutbahn gelangt der Wirkstoff so an den Ort der Infektion und tötet die Pilze dort ab. Ob eine Behandlung mit diesen (verschreibungspflichtigen) Arzneimitteln notwendig ist, kann nur ein Arzt entscheiden. Hautärzte haben große Erfahrung.

Um andere Erkrankungen, wie z. B. eine Nagel-Psoriasis, auszuschließen, wird der Arzt vor der Behandlung eine Probe vom Nagelmaterial verwenden, um eine Pilzkultur anzulegen. Dazu wird die Pilzprobe in einem Nährmedium (Kultur) gezüchtet. Die Pilze vermehren sich und werden schließlich mikroskopisch untersucht. Dadurch kann auch geklärt werden, welcher Pilz für die Erkrankung des Nagels verantwortlich ist, so dass die passende Behandlung ausgewählt werden kann.

  • Tragen Sie Kleidung / Socken aus atmungsaktiven Materialien (z. B. Baumwolle).
  • Verhindern Sie zu viel Druck auf die Zehen, z. B. durch zu enges Schuhwerk.
  • Vermeiden Sie luftundurchlässiges Schuhwerk (z. B. Gummistiefel oder Schuhe aus Synthetik). Tragen Sie lieber Lederschuhe und luftdurchlässige, offene Schuhe oder im Sommer Sandalen.
  • Wechseln Sie Ihre Schuhe während des Tages und lassen sie die getragenen Schuhe gründlich austrocknen (ggf. mit Zeitungspapier ausstopfen, um so dem Leder die Feuchtigkeit zu entziehen).
  • In Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Duschen (z. B. im Fitness-Studio) oder im Hotelzimmer immer Badeschuhe tragen.
  • Nach dem Waschen Hände und Füße gründlich abtrocknen, insbesondere die Zehenzwischenräume!
  • Benutzen Sie immer ein eigenes Handtuch / Waschlappen und ein eigenes Nagelpflegeset (z. B. Nagelfeilen).
  • Während der Behandlung einer Mykose die verwendeten Handtücher, Waschlappen und Socken täglich wechseln und bei mind. 60° C waschen. Bei empfindlichen Materialien empfiehlt sich ein Wäschedesinfektionsmittel.
  • Auch die Schuhe und ggf. die Strümpfe sollten regelmäßig desinfiziert werden.
  • Sorgen Sie für eine gute Durchblutung der Füße (z. B. durch Fußgymnastik, Wechselduschen).
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung an frischer Luft.

 

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