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Erkrankungen.

Psoriasis.

Was versteht man unter Schuppenflechte? 

Psoriasis-Schema-Haut

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut- und/oder der Gelenke. Häufig kommen zudem Begleiterkrankungen vor. Obwohl sich Schuppenflechte häufig nur auf der Hautoberfläche zeigt, ist bei dieser Erkrankung der ganze Körper betroffen. Die Schuppenflechte wird daher zu den sogenannten „systemischen Erkrankungen" gezählt und verläuft meist chronisch sowie schubweise. 

„Chronisch" bedeutet, dass die Schuppenflechte in der Regel langfristig, häufig ein Leben lang, besteht. Man unterscheidet verschiedene Formen. Die häufigste Form, die Psoriasis vulgaris, zeigt die typischen Hauterscheinungen: gerötete und erhabene Hautareale, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Die erkrankten Hautareale werden auch als Herde oder „Plaques" bezeichnet. (Daher auch der Begriff Plaque-Psoriasis, der mitunter anstelle von „Psoriasis vulgaris" verwendet wird).  

Für Schuppenflechte gibt es keinen alleinigen Auslöser. Unterschiedliche Faktoren können dazu beitragen, dass eine Schuppenflechte entsteht. Dazu gehören sowohl äußere Einflüsse, sogenannte Umweltfaktoren (vgl. Abschnitt „Triggerfaktoren") wie auch eine genetisch bedingte Neigung, Schuppenflechte zu entwickeln. Die Bedeutung der Gene für die Entstehung der Schuppenflechte kann man bereits daran ablesen, dass sie familiär gehäuft vorkommt. Kinder erkranken häufiger an Schuppenflechte, wenn beide Eltern eine Schuppenflechte haben, als wenn nur ein Elternteil betroffen ist. Bekannt ist auch, dass Schuppenflechte bei eineiigen Zwillingspaaren häufiger beide Geschwister betrifft, als dieses bei zweieiigen Zwillingspaaren der Fall ist. Als Bestätigung für die Vermutung, dass Vererbung bei dieser Erkrankung eine Rolle spielt, hat die moderne medizinische Forschung in den letzten Jahren bestimmte „Gen-Varianten" identifiziert, die häufig bei Schuppenflechte vorkommen. Menschen mit diesen „Gen-Varianten" haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Schuppenflechte zu entwickeln.

Die medizinische Forschung hat jedoch auch gezeigt, dass die erbliche Veranlagung alleine nicht ausreicht, um Schuppenflechte auszulösen. Weitere auslösende Faktoren wie z. B. Umwelteinflüsse bzw. bestimmte auslösende Faktoren (sogenannte „Trigger-Faktoren") sind hierfür notwendig. Die Wahrscheinlichkeit an Schuppenflechte zu erkranken liegt bei 10-15 %, wenn ein Elternteil betroffen ist und bei ca. 30-40 %, wenn beide Elternteile betroffen sind.

 

„Trigger"-Faktoren der Schuppenflechte 

 

Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Verständnis gibt es keinen alleinigen Auslöser für Schuppenflechte. Vielmehr können mehrere Faktoren dazu beitragen, dass sich eine Schuppenflechte ausbildet. Mögliche „Auslöser" (bzw. „Trigger-Faktoren") sind verschiedene Einflüsse wie z. B. Stress oder Infekte durch bestimmte Bakterien. Erhöhter Alkoholkonsum und das Rauchen sowie Übergewicht sind weitere wichtige Risikofaktoren für häufigere Schübe und eine schwere Schuppenflechte. Auch können bestimmte Arzneimittel eine Schuppenflechte auslösen. Man spricht von einem sogenannten „Köbner-Phänomen", wenn durch unterschiedliche äußere Reize (beispielsweise durch Druck eines Armbandes am Handgelenk oder durch Kratzen) neue Plaques ausgelöst werden.  

 

Die am häufigsten auftretende Form der Schuppenflechte ist die sogenannte Psoriasis vulgaris (Psoriasis vom Plaque Typ). Sie zeigt sich anhand roter, scharf begrenzter Hautareale (Plaques), die mit einer silbrig-weißen Schuppung bedeckt sind. Die Plaques der Schuppenflechte können unterschiedlich in Erscheinung treten. Teilweise steht die Entzündung im Vordergrund und nur wenige Schuppen sind auf den roten Hautbereichen zu sehen. Manchmal verhält es sich umgekehrt und die starke Schuppung verdeckt nahezu vollständig die darunterliegenden Rötung. Schuppenflechte geht sehr häufig mit Jucken einher. Die an den erkrankten Stellen häufig trockene und wenig elastische Haut kann an mechanisch stärker belasteten Körperstellen (bspw. über den Gelenken) oberflächliche, schmerzhafte Risse bilden. Besonders häufig sind die Ellenbogen und Knie, der Teil des Rückens im Bereich der unteren Wirbelsäule oder auch die Kopfhaut betroffen.

 

Für die Behandlung der Schuppenflechte stehen unterschiedliche Therapieprinzipien zur Verfügung. Es werden äußerlich (topisch) anzuwendende (z. B. Cremes, Salben und Gele) sowie innerlich (systemisch) anzuwendende Arzneimittel eingesetzt (z. B. Tabletten oder Spritzen). Als dritte Gruppe stehen verschiedene Lichttherapien zur Verfügung. Bei der Auswahl der Therapie wird der Schweregrad der Erkrankung berücksichtigt. Leichte Formen der Schuppenflechte werden bevorzugt mit topischen Arzneimitteln behandelt, während die mittelschwere bis schwere Schuppenflechte üblicherweise mit innerlich anzuwendenden Arzneimitteln oder einer Lichttherapie behandelt wird. Häufig werden auch verschiedene Therapieprinzipien miteinander kombiniert. 

Der Lebensstil hat Einfluss auf die Ausprägung der Schuppenflechte. Neuere Untersuchungen zeigen z. B., dass sich eine Gewichtsreduktion durch ausreichende körperliche Bewegung bei übergewichtigen Patienten positiv auf die Erkrankung auswirkt. Auch der Einfluss von Alkohol und Rauchen auf die Schuppenflechte ist gut untersucht. So gilt Rauchen als relevanter Risikofaktor für die Entstehung eines Schuppenflechte-Schubs. Eine erfolgreiche Raucherentwöhnung kann sich hingegen positiv auf die Erkrankung auswirken.

Wie bereits beschrieben, treten verschiedene Herz- Kreislauf-Erkrankungen bei Schuppenflechte häufiger auf. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ist bei Patienten mit schwerer Schuppenflechte erhöht. Ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, geringer Alkoholkonsum sowie, wenn zutreffend, eine Raucherentwöhnung tragen dazu bei, Herz-Kreislauf-Risiken zu senken. 

Gibt es eine Diät für Patienten mit Schuppenflechte?

Nein, es gibt keine spezielle Diät für Patienten mit Schuppenflechte. Es gelten die allgemeinen Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung. (vgl. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, www.dge.de)

 

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein, Schuppenflechte ist nicht ansteckend! Die eigentliche Ursache der Schuppenflechte ist eine überschießende Immunreaktion, die sowohl für die Neubildung der Blutgefäße (u. a. verantwortlich für die Rötung der Haut) wie auch die gestörten Prozesse der Hauterneuerung (u. a. verantwortlich für die Schuppung der Haut) verantwortlich ist. Hieraus wird auch deutlich, dass Schuppenflechte nicht ansteckend ist! 

 

Ist Schuppenflechte heilbar ?

Schuppenflechte kann zwar nicht dauerhaft geheilt werden, es stehen heutzutage jedoch viele Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit denen die Erkrankung wirkungsvoll therapiert werden kann.