Vitiligo

Was ist Vitiligo?

Bei Vitiligo handelt es sich um eine nicht ansteckende chronische Hauterkrankung, von der 0,5 bis 2 % der Weltbevölkerung betroffen sind. Sie geht mit einem Pigmentverlust einher, der auf die fortschreitende Zerstörung der Melanozyten zurückzuführen ist, also der Hautzellen, die Melanin produzieren und für die Hautfarbe verantwortlich sind. Sie äußert sich in Form von rosafarbenen oder weißen, unregelmäßig geformten Makeln oder Flecken, die häufig im Gesicht und an anderen sichtbaren Körperstellen wie Händen, Füßen, Armen und im Gesicht auftreten, sich aber überall entwickeln können, auch an Schleimhäuten wie Nasenlöchern, Genitalien oder im inneren Teil des Mundes.

Die Krankheit wird von den Patienten als entstellend und belastend empfunden, mit ähnlichen Auswirkungen auf die Lebensqualität wie andere dermatologische Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder atopische Dermatitis.

Außerdem kann Vitiligo mit systemischen Veränderungen einhergehen, einschließlich Entzündungen der Augen und Ohren. Menschen, die mit dieser Krankheit leben, haben aufgrund des Melaninmangels ein höheres Risiko, an den betroffenen Stellen einen Sonnenbrand zu bekommen, was das Risiko für andere dermatologische Erkrankungen erhöht. Außerdem haben Menschen mit Vitiligo ein höheres Risiko, andere Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen zu entwickeln.

Auch wenn Vitiligo in jedem Alter auftreten kann, zeigen fast 50 % der Patienten die ersten Symptome, bevor sie 20 Jahre alt sind. Die Krankheit neigt dazu, mit der Zeit fortzuschreiten, wobei größere Hautbereiche Pigment verlieren, die Flecken können aber auch stabil bleiben oder sich sogar verbessern. Sie tritt bei beiden Geschlechtern und bei Menschen mit unterschiedlichen Hauttypen gleichermaßen auf, ist aber bei Menschen mit dunklerer Haut deutlicher sichtbar.

Arten von Vitiligo

Es gibt verschiedene Arten von Vitiligo. Einige der häufigsten sind:

  • Generalisiert. Makel oder Flecken treten großflächig an verschiedenen Stellen des Körpers auf, oft in symmetrischer Weise.
  • Segmental. Diese Art von Vitiligo betrifft nur einen Bereich oder eine Seite des Körpers.
  • Fokal. Es handelt sich um einen isolierten, kleinen und depigmentierten Fleck.
  • Universell. Die Haut ist vollständig oder nahezu vollständig depigmentiert.

Was verursacht Vitiligo?

Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Immunzellen des Körpers fälschlicherweise Melanozyten angreifen, die für die Produktion von Melanin verantwortlich sind. Obwohl die Genetik das Risiko, diese Krankheit zu entwickeln, stark beeinflusst, können auch einige äußere Faktoren dazu beitragen, darunter schwere Sonnenbrände, Schwangerschaft, größere Hautverletzungen und erheblicher Stress.

Wie kann man Vitiligo erkennen?

Das Auftreten von weißen oder rosafarbenen Makeln oder Flecken auf der Haut ist in der Regel das häufigste Symptom der Vitiligo, auch wenn einige Patienten über Juckreiz berichten, bevor ein neuer Fleck entsteht. Die Diagnose lässt sich in der Regel leicht durch eine visuelle Untersuchung stellen, aber manchmal wird auch eine UV-Lampe verwendet, um die betroffenen Bereiche zu bestätigen, insbesondere wenn die Patienten hellhäutig sind. Ärzte können auch Bluttests anfordern, um andere Autoimmunerkrankungen auszuschließen.

Wie kann man Vitiligo vorbeugen?

Derzeit kann Vitiligo nicht verhindert werden, aber es gibt einige Möglichkeiten, Vitiligo zu behandeln. Wenn Sie unter Vitiligo leiden, können der Schutz Ihrer Haut vor der Sonne, die Unterstützung Ihres Immunsystems durch eine gesunde Lebensweise oder die Pflege Ihrer psychischen Gesundheit ebenfalls dazu beitragen, die Krankheit zu kontrollieren.

Wie behandelt man Vitiligo?

Auch wenn es derzeit keine Behandlung gibt, die Vitiligo heilt, gibt es mehrere Möglichkeiten, um bestehende Vitiligo-Flecken zu beseitigen und/oder ihr Wachstum zu verhindern:

  • Topische Kortikosteroide. Die Verwendung einer entzündungshemmenden Kortikosteroid-Creme oder -Salbe in Vitiligo-Läsionen kann wirksam sein, um einen Teil des Pigments wiederherzustellen, insbesondere in Fällen, in denen sich die Vitiligo erst kürzlich entwickelt hat. Wegen möglicher Nebenwirkungen, wie z. B. einer Verdünnung der Haut, verschreiben die Ärzte diese Behandlungen jedoch häufig nur für eine begrenzte Zeit.
  • Phototherapie. Bei dieser Behandlung wird die Haut einer Art von ultraviolettem Licht ausgesetzt, das die natürliche Hautfarbe wiederherstellen kann. Auch wenn sie für einige Patienten hilfreich sein kann, muss die Behandlung häufig wiederholt werden, was zwei- bis dreimal wöchentliche Krankenhausbesuche über mehrere Wochen oder Monate erfordert. Manchmal wird es in Kombination mit anderen Behandlungen wie topischen Kortikosteroiden eingesetzt.
  • Chirurgische Behandlung. In einzelnen besonderen Fällen, in denen Patienten nicht auf andere Behandlungen ansprechen, kann eine Operation eine Option sein. Zwei Arten von Operationen werden zur Behandlung von Vitiligo eingesetzt: die Hauttransplantation, bei der ein Chirurg gesunde Haut entnimmt, um sie in die von Vitiligo betroffenen Bereiche zu verpflanzen, und die Zelltransplantation, bei der ein Chirurg gesunde Zellen entnimmt und sie in die von Vitiligo betroffene Haut verpflanzt, damit sie sich vermehren und eine Neupigmentierung der Haut bewirken. Eine Operation wird nicht empfohlen, wenn sich Vitiligo-Flecken innerhalb der letzten 12 Monate entwickelt haben oder gewachsen sind. Innerlich wirkende Therapie. Bestimmte innerlich wirkende Arzneimittel mit Wirkung auf das Immunsystem können zur Behandlung der Vitiligo eingesetzt werden.

Referenzen

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6. Britische Hautstiftung. Vitiligo. Verfügbar unter: https://knowyourskin.britishskinfoundation.org.uk/condition/vitiligo/

7. Amerikanische Akademie für Dermatologie. Vitiligo. Verfügbar unter: https://www.aad.org/public/diseases/a-z/vitiligo-overview