Diagnose des Kreisrunden Haarausfalls

Das Verständnis der Diagnose der Alopecia areata ist wichtig, um eine frühzeitige Erkennung, eine angemessene Behandlung und die Abgrenzung gegenüber anderen Ursachen von Haarausfall zu ermöglichen. Die Alopecia areata ist eine relativ häufige Autoimmunerkrankung, die durch einen meist plötzlich auftretenden, fleckenförmigen Haarausfall gekennzeichnet ist. Die Haarfollikel werden dabei in der Regel nicht dauerhaft geschädigt. Obwohl sie keine körperlichen Schmerzen verursacht, kann sie erhebliche emotionale und psychologische Auswirkungen haben. 

Wie wird die Alopecia areata diagnostiziert?

In den meisten Fällen wird die Diagnose einer Alopecia areata durch eine klinische Untersuchung gestellt. Das bedeutet, dass ein Arzt oder eine Ärztin, in der Regel eine Dermatologin oder ein Dermatologe, die Erkrankung anhand der sichtbaren Anzeichen und Symptome der Alopecia areata und der Krankengeschichte der Patient:innen diagnostiziert, anstatt sich allein auf Laboruntersuchungen zu stützen.

Ein typisches Anzeichen ist das plötzliche Auftreten einer oder mehrerer klar abgegrenzter runder oder ovaler kahler Stellen. Diese Stellen sind in der Regel glatt, mit normal aussehender Haut darunter, und treten am häufigsten auf der Kopfhaut auf. Der Haarausfall kann jedoch auch die Augenbrauen, Wimpern, den Bart oder andere Körperteile betreffen. Das Fehlen von Narben ist ein wesentliches Merkmal und hilft, die Alopecia areata von anderen Haarausfallerkrankungen zu unterscheiden, die die Haarfollikel dauerhaft schädigen.

Zur genaueren Untersuchung der Kopfhaut und der Haare werden häufig spezielle Untersuchungsmethoden wie die Trichoskopie (Dermatoskopie der Kopfhaut) eingesetzt. Mit diesen Methoden können Ärztinenen und Ärzte typische Veränderungen an den Haaren und Follikeln erkennen, darunter kurze, abgebrochene Haare, die sich an der Basis verdünnen, kleine dunkle Punkte, an denen die Haare abgebrochen sind, und gelbe Punkte (mit Keratin und Talg gefüllte Follikelöffnungen). Diese Befunde stützen die Diagnose der Alopecia areata.

 

Eine detaillierte Krankengeschichte ist ebenfalls wichtig. Die Patient:innen werden in der Regel gefragt, wann der Haarausfall begonnen hat, wie schnell er fortgeschritten ist, ob sie Symptome wie Juckreiz oder Kribbeln verspüren und ob sie in der Vergangenheit bereits ähnliche Episoden erlebt haben.

Eine familiäre Vorbelastung mit Alopecia areata oder anderen Autoimmunerkrankungen kann ebenfalls relevant sein. Darüber hinaus kann ein Haarzugtest durchgeführt werden. Dabei wird vorsichtig an einer kleinen Haarsträhne gezogen, um zu sehen, wie viele Haare sich lösen, was Aufschluss darüber geben kann, ob die Erkrankung derzeit aktiv ist. 

Sind die klinischen Anzeichen nicht eindeutig, kann es erforderlich sein, weitere Tests durchzuführen. 

Welche Tests werden zur Diagnose der Alopecia areata durchgeführt?

Obwohl die Alopecia areata häufig allein auf der Grundlage klinischer Befunde diagnostiziert wird, können in bestimmten Situationen zusätzliche Tests durchgeführt werden, insbesondere wenn die Diagnose unklar ist oder andere Ursachen für den Haarausfall ausgeschlossen werden müssen. 

Körperliche und dermatoskopische oder trichoskopische Untersuchung

Eine sorgfältige Untersuchung der Kopfhaut und der Haare ist immer der erste Schritt. Vergrößernde Untersuchungstechniken helfen dabei, Muster und strukturelle Veränderungen der Haare und Haarfollikel zu erkennen, die typisch für die Alopecia areata sind und bei anderen Arten von Haarausfall normalerweise nicht auftreten.

Haarzugtest

Dieser schnelle und einfache Test hilft bei der Beurteilung des anhaltenden Haarausfalls. Wenn sich vermehrt Haare leicht entfernen lassen, kann dies auf eine aktive Erkrankung hinweisen.

Kopfhautbiopsie

Eine Kopfhautbiopsie ist selten erforderlich, kann jedoch in Betracht gezogen werden, wenn die Diagnose unklar ist oder wenn der Arzt oder die Ärztin eine vernarbende Alopezie oder eine andere Ursache des Haarausfalls vermutet. Eine kleine Probe des Kopfhautgewebes wird unter dem Mikroskop untersucht, um entzündliche Veränderungen um die Haarfollikel herum festzustellen, die mit der Alopecia areata vereinbar sind.

Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen werden nicht zur direkten Diagnose der Alopecia areata verwendet, können jedoch bei der Identifizierung von Begleiterkrankungen oder alternativen Ursachen für den Haarausfall hilfreich sein. Diese Untersuchungen können je nach den Symptomen und der Krankengeschichte des/der Patient:in eine Beurteilung der Schilddrüsenfunktion oder der Untersuchungen auf Begleiterkrankungen umfassen.

Untersuchung auf Infektionen

Wenn ein Arzt oder die Ärztin eine Pilzinfektion der Kopfhaut oder eine andere infektiöse Ursache für den Haarausfall vermutet, kann er oder sie zusätzliche Tests wie Pilzkulturen oder mikroskopische Untersuchungen durchführen.

 

Diese Tests können die Diagnose der Alopecia areata unterstützen und ähnliche Erkrankungen wie erblich bedingten Haarausfall, telogenes Effluvium, zwanghaftes Haarausreißen oder narbige Alopezien auszuschließen. 

Wann sollte man sich an einen Arzt oder eine Ärztin wenden?

Ärztlicher Rat sollte bei neu auftretendem, unerklärlichem oder plötzlichem Haarausfall eingeholt werden. Während ein gewisser Haarausfall normal ist, sollten bestimmte Merkmale Anlass für eine Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin geben: 

Schneller oder fleckenförmiger Haarausfall

Insbesondere wenn sich innerhalb kurzer Zeit glatte, runde oder ovale kahle Stellen bilden.

Unklare Ursache für den Haarausfall

Insbesondere wenn das Muster nicht den üblichen Arten von Haarausfall entspricht.

Zusätzliche Symptome

Wie Juckreiz, Brennen, Veränderungen der Nägel oder Verlust von Augenbrauen oder Wimpern.

Emotionale oder psychische Belastungen

Einschließlich Angstzuständen, Niedergeschlagenheit oder vermindertem Selbstvertrauen im Zusammenhang mit Haarausfall.

Mögliche Anzeichen für zugrunde liegende Gesundheitsprobleme, z. B. Symptome, die auf Autoimmun- oder Schilddrüsenerkrankungen hindeuten

Wie Symptome, die auf Autoimmun- oder Hormonstörungen hindeuten.

 

Eine frühzeitige ärztliche Beratung ermöglicht eine genaue Diagnose und die Besprechung der Behandlung der Alopecia areata. Die empfohlenen Maßnahmen können von einer Beobachtung bei leichten Fällen bis hin zu medizinischen Behandlungen reichen, die darauf abzielen, die Krankheitsaktivität zu kontrollieren und das Nachwachsen der Haare zu fördern.

FAQs

Referenzen