Kreisrunder Haarausfall
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine häufige Autoimmunerkrankung, die in der Regel zu plötzlich auftretenden, kleinen, runden haarlosen Stellen auf der Kopfhaut führt. In einigen Fällen kann sie jedoch auch zu einem vollständigen Verlust der Kopfhaare führen. Die von Haarausfall betroffenen Hautstellen sehen in der Regel normal aus, und obwohl die gesamte Körperbehaarung betroffen sein kann, treten die haarlosen Stellen meist auf der Kopfhaut und im Bartbereich auf.
Derzeit leiden etwa 0,2 % der Bevölkerung an kreisrundem Haarausfall. Das geschätzte Lebenszeitrisiko beträgt 1,7 %. Diese Erkrankung ist eine häufige Ursache für plötzlichen Haarausfall, tritt jedoch seltener auf als die androgenetische Alopezie oder das Telogen-Effluvium. Menschen aller Geschlechter können betroffen sein. Diese Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, tritt jedoch häufiger bei jüngeren Menschen auf.
Kreisrunder Haarausfall ist eine der häufigsten Ursachen für umschriebenen Haarausfall bei Kindern. In etwa 10 bis 20 % der Fälle tritt die Erkrankung familiär auf, wobei ihre Ausprägung bei den betroffenen Familienmitgliedern variieren kann. Von den Patient:innen mit kreisrundem Haarausfall kommt es bei etwa 5 % zu einem vollständigen Verlust der Kopfhaare (Alopecia totalis) und bei 1 % zu einem Verlust der gesamten Körperbehaarung (Kreisrunder Haarausfall universalis).




Gibt es verschiedene Arten von Alopecia areata?
Alopecia areata tritt in verschiedenen klinischen Formen auf, die von umschriebenem, kreisrundem Haarausfall bis hin zu schwereren Formen reichen. wie Alopecia totalis (vollständiger Verlust der Kopfhaare) und Alopecia universalis (vollständiger Verlust der Kopf- und Körperbehaarung) reichen. Zudem gibt es atypische Varianten wie die diffuse Alopecia areata und die Ophiasis-Form der Alopecia areata, die häufig mit einem ungünstigeren Therapieansprechen verbunden ist. Obwohl diese Erscheinungsformen hinsichtlich ihres Ausmaßes und ihrer Prognose variieren, stellen sie unterschiedliche Ausprägungen desselben zugrunde liegenden Krankheitsprozesses dar und sind keine eigenständigen Erkrankungen.

Was sind die Ursachen für Alopecia areata?
Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise Bestandteile der Haarfollikel angreift. Aufgrund einer Fehlregulation des Immunsystems greift dieses Haarfollikel in der Wachstumsphase (Anagenphase) in bestimmten Bereichen der Kopfhaut an. Da nur die Haare in der Wachstumsphase angegriffen werden, bleiben die Follikel mit Haaren, die sich nicht in der Wachstumsphase befinden, intakt. Die angegriffenen Follikel stellen die Haarproduktion vorübergehend ein, wodurch die betroffenen Haare ausfallen können. Da die Haarfollikel in der Regel nicht dauerhaft geschädigt werden, können sie erneut Haare bilden und wieder in den Haarwachstumszyklus eintreten.
Die genauen Ursachen von Alopecia areata sind nicht vollständig geklärt. Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Emotionaler oder körperlicher Stress wird als möglicher Auslöser diskutiert. Zudem tritt Alopecia areata häufiger bei Patient:innen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, rheumatoider Arthritis oder Lupus erythematodes auf.

Wie wird Alopecia areata diagnostiziert?
Die Diagnose von Alopecia areata erfolgt in erster Linie klinisch durch eine körperliche Untersuchung, bei der die typischen, glatten, kreisrunden oder ovalen Stellen mit Haarausfall ohne Narbenbildung begutachtet werden. Ergänzend wird häufig eine Trichoskopie durchgeführt, um charakteristische Befunde wie „Ausrufezeichenhaare” (die Haare werden zur Wurzel hin schmaler) und gelbe Punkte zu identifizieren. Für die Beurteilung der Krankheitsaktivität können eine gründliche Anamnese und der Haarzugtest hilfreich sein. Invasivere Verfahren wie Kopfhautbiopsien oder Blutuntersuchungen (z. B. zur Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen oder anderen Begleiterkrankungen) werden vor allem bei atypischen Erscheinungsbildern oder zum Ausschluss von Differentialdiagnosen wie Tinea capitis oder vernarbenden Alopezien durchgeführt.
Wie lässt sich Alopecia areata erkennen?
Die Erkrankung beginnt häufig plötzlich und kann anfangs rasch fortschreiten und kann entweder nach dem Auftreten einer oder mehrerer Stellen zum Stillstand kommen oder sich weiterentwickeln und zu einem vollständigen Verlust der Kopfhaare oder, seltener, der gesamten Kopf- und Körperbehaarung führen. An den Rändern der kahlen Stellen können sich charakteristische Haare finden: An den Rändern der lichten oder kahlen Stellen lassen sich sogenannte Ausrufezeichenhaare (kurze Haare, die zur Kopfhaut hin schmaler werden) erkennen.
Referenzen
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- National Alopecia Areata Foundation (NAAF). What you need to know about alopecia areata [Internet]. [zitiert am 10. März 2020]. Verfügbar unter: https://www.naaf.org/alopecia-areata
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