Akne
Akne vulgaris, allgemein auch einfach als Akne bezeichnet, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen, die die sogenannten Talgdrüsen-Haarfollikel-Einheiten betrifft, die aus Haarfollikeln (Öffnungen, aus denen Haare aus der Haut wachsen) und Talgdrüsen (Drüsen, die Fett absondern, um Haare und Haut geschmeidig zu halten) bestehen. Sie ist gekennzeichnet durch die Bildung von Papeln, Pusteln und Knötchen. Akne kann sowohl entzündliche als auch nicht entzündliche Hautveränderungen verursachen, vor allem im Gesicht, aber auch an Oberarmen, Brust, Oberkörper und Rücken.
Die Ausprägung dieser Erkrankung kann variieren und reicht von nicht entzündeten offenen und geschlossenen Komedonen („schwarzen Mitessern“ und „weißen Mitessern“) bis hin zu schwereren Formen wie Papeln, Pusteln und entzündlichen Knötchen.
Akne tritt häufiger bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, insbesondere bei Männern, ist jedoch nicht auf diese Altersgruppen beschränkt. Sie tritt in der Regel im Alter von 7 bis 12 Jahren auf und klingt meist ab dem 30. Lebensjahr wieder ab. In manchen Fällen kann Akne jedoch mehrere Jahre andauern oder im Erwachsenenalter erneut auftreten. Dies ist häufiger bei Frauen der Fall.
Obwohl Akne nicht zu körperlichen Beeinträchtigungen führt, kann sie erhebliche psychologische Auswirkungen haben und bei Betroffenen ein geringes Selbstwertgefühl, Depressionen und Ängste hervorrufen.




Was sind die häufigsten Arten von Akne?
Medizinische Fachkräfte klassifizieren Akne im Allgemeinen anhand der Art der vorhandenen Hautunreinheiten und des Schweregrads der Entzündung. Die häufigste Form, die Akne vulgaris, umfasst eine Mischung aus nicht entzündlichen schwarzen und weißen Mitessern sowie entzündlichen roten Pickeln oder eitrigen Pusteln. Ärzt:innen unterscheiden diese Erkrankung von der hormonellen Akne, die bei Erwachsenen häufig im Zusammenhang mit dem Monatszyklus im Kieferbereich auftritt. In schwereren Fällen entwickeln Patient:innen eine knotig-zystische Akne, die sich durch tiefe, schmerzhafte Knoten und Zysten äußert, die ein hohes Risiko für bleibende Narben hinterlassen. Einige Betroffene leiden auch unter Akne conglobata, einer seltenen, aber aggressiven Form, bei der sich zahlreiche Pickel unter der Haut miteinander verbinden.

Max, der mit Akne lebt
Was sind die Ursachen von Akne?
Die Entstehung und Entwicklung von Akne hängt mit verschiedenen Risikofaktoren zusammen, deren Wechselwirkung zur Bildung von Hautveränderungen, sogenannten Komedonen, und Entzündungen führt. Während der Pubertät wird Akne durch die Empfindlichkeit der Talgdrüsen auf Hormone ausgelöst. Klinisch relevant ist vor allem die erhöhte Androgenproduktion sowie eine übermäßige Vermehrung von Cutibacterium acnes, einem Bakterium, das normalerweise in den Follikeln vorkommt. Es gibt vier wesentliche Faktoren, die zur Entstehung von Akne beitragen: Hyperkeratinisierung, Bakterienwachstum (C. acnes), Talgproduktion und Entzündung.

Sara, die mit Akne lebt
Wie wird Akne diagnostiziert?
Akne vulgaris wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung diagnostiziert. Es gibt keinen Test für Akne. In seltenen Fällen kann ein Abstrich oder eine Schabung einer Hautveränderung oder Pustel zur mikrobiologischen Untersuchung oder Kultur entnommen werden, um andere Infektionsquellen auszuschließen. Bei Frauen können Hormonbluttests angeordnet werden, um beispielsweise einen hohen Testosteronspiegel (ein Indikator für polyzystische Eierstöcke) festzustellen.
Was sind die wichtigsten Anzeichen von Akne?
Akne vulgaris tritt in den Bereichen des Körpers auf, in denen sich große Talgdrüsen befinden, die auf Hormone reagieren, wie beispielsweise im Gesicht, am Hals, auf der Brust, am oberen Rücken und an den Oberarmen. Dabei können im selben Bereich verschiedene Arten von aktiven Hautveränderungen auftreten.
Der Schweregrad und das Ausmaß von Akne können variieren, vom gelegentlichen Auftreten einiger kleiner Komedonen bis hin zum chronischen Vorhandensein zahlreicher entzündeter Knötchen, die den größten Teil der Haut im betroffenen Bereich befallen. Nachdem die Akne abgeklungen ist, gehören Hyperpigmentierung und Narben zu den häufigsten Folgeerscheinungen.
Wie wird Akne behandelt?
Eine effektive Aknebehandlung erfordert häufig eine Kombination verschiedener Therapien, da die Entwicklung von Hautunreinheiten mindestens acht Wochen dauert. Aus diesem Grund muss eine Behandlung zwei bis drei Monate lang konsequent durchgeführt werden, bevor ihr Erfolg beurteilt werden kann. In Fällen mit leichter bis mittelschwerer Ausprägung werden in der Regel topische Produkte wie Retinoide, Benzoylperoxid, Antibiotika oder Azelainsäure verschrieben. Bei einer weniger ausgeprägten Akne sind diese Cremes und Gele allein ausreichend, jedoch werden sie von Fachärzt:innen auch in Kombination mit oralen Medikamenten eingesetzt, um hartnäckigere oder großflächigere Entzündungen zu behandeln.
Bei mittelschwerer bis schwerer Akne oder Hautunreinheiten, die die Brust und den Rücken bedecken, sind orale Behandlungen erforderlich. Dermatolog:innen verschreiben in der Regel Tetracyclin-Antibiotika, um Bakterien und Entzündungen zu reduzieren, können jedoch auch hormonelle Verhütungsmittel für Frauen empfehlen, um bestimmte Auslöser zu behandeln. Sollten diese Methoden nicht anschlagen, ist oral eingenommenes Isotretinoin (ein starkes Vitamin-A-Derivat) eine gängige Option für schwere Fälle. Licht- und Lasertherapien können diese Standardbehandlungen zwar unterstützen, stellen jedoch keine grundlegende Lösung dar. Zudem können geeignete Kosmetikprodukte dazu beitragen, die Haut zu beruhigen und Reizungen zu lindern, die durch diese stärkeren medizinischen Präparate verursacht werden.


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