Diagnose der Neurodermitis
Wie wird atopische Dermatitis diagnostiziert?


Alicia, die mit atopischer Dermatitis lebt
Obwohl die Diagnose einer atopischen Dermatitis auf den ersten Blick unkompliziert erscheint, gibt es leider keinen spezifischen diagnostischen Labortest. In den meisten Fällen werden daher klinische Symptome für die Diagnose herangezogen. Die Diagnose basiert daher auf der Krankengeschichte des/der Patient:in, den spezifischen klinischen Symptomen und dem Ausschluss anderer nichtentzündlicher Hauterkrankungen.
Zu den typischsten und häufigsten Symptomen der Erkrankung zählen der Pruritus (Juckreiz), die familiäre und persönliche Vorbelastung in Bezug auf Atopie (allergische Erkrankungen) und die chronischen Hautveränderungen (fast immer typisch), die während eines Schubs auftreten. Darüber hinaus können Patient:innen unter trockener Haut und anderen Hautveränderungen wie serösen Exsudaten (wässriges Plasma), Exkoriationen (Hautabschürfungen), Papeln (Pickeln) und Lichenifikation (Verdickung und Verhärtung der Haut) leiden. Wenn kein Juckreiz festgestellt wird, sollte die Diagnose einer atopischen Dermatitis in Frage gestellt werden, und es sollten Differentialdiagnosen durchgeführt werden, um die Erkrankung der betroffenen Person eindeutig zu bestimmen.
Atopische Dermatitis muss von anderen Hauterkrankungen mit Rötungen und Schuppenbildung unterschieden werden. Bei Säuglingen ist es oft schwierig, AD von seborrhoischer Dermatitis zu unterscheiden, und die beiden Erkrankungen können in dieser Altersgruppe überlappen. Vor allem wenn die betroffene Person nicht auf die Therapie anspricht, sollte die Diagnose der AD erneut überprüft und andere Erkrankungen wie schwerwiegendere Ernährungs- und Stoffwechselstörungen sowie immunologische Erkrankungen in Betracht gezogen werden.
Achtzig Prozent der Patient:innen mit atopischer Dermatitis haben möglicherweise hohe Serumspiegel des Antikörpers Immunglobulin E (IgE). Allerdings ist dieser Befund klinisch und in Bezug auf die Prognose nicht von Bedeutung, da der IgE-Spiegel bei Patient:innen, die an einer klinischen Atemwegsallergie oder Nahrungsmittelallergie leiden, in der Regel ebenfalls erhöht sind.
In einigen Fällen kann eine Hautbiopsie erforderlich sein, um andere Erkrankungen auszuschließen. Die histopathologischen Befunde geben jedoch nur Aufschluss über das Stadium des Ekzems (akut, subakut oder chronisch) und lassen keine Rückschlüsse auf eine mögliche AD zu. Daher eignen sie sich nicht als diagnostischer Test.
Durch mikrobiologische Kulturen können Pilze, Bakterien und Viren nachgewiesen werden. So lassen sich Infektionskrankheiten wie Tinea oder Impetigo, die der AD ähneln, ausschließen und mögliche Sekundärinfektionen erkennen, welche die Ekzemläsionen zusätzlich verschlechtern können.
Referenzen
- Eichenfield, L.F., Tom, W.L., Berger, T.G., Krol, A., Paller, A.S., Schwarzenberger, K., et al. Guidelines of care for the management of atopic dermatitis: section 2.
- Management and treatment of atopic dermatitis with topical therapies. J Am Acad Dermatol. 2014;71(1):116–32.